Full text: Magazin der Gesetzgebung, besonders in den königl. preußischen Staaten (Bd. 2 (1782))

Recensionen. 
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ihm leichte gewesen, einen Plan zur allgemeinen Ver¬ 
besserung zu entwerfen, der die Nachwelt, welche Jo¬ 
seph nun von der Seite eines vortreflichen Fuͤrsten kennt, 
in Erstaunen setzen wird. Doch wir haben hier nur mit 
einem geringen Theile (in Ansehung der weit wichtigern) 
seiner Verbesserung zu thun, und wollen es andern 
überlassen, ob sie Feinheit und Kenntniß genug haben, 
der Nachwelt alles das zu verkündigen, was Joseph 
gethan hat. 
Die Prozeßordnung ist seit einigen Jahren her 
mehr nach eigenen Planen bearbeitet worden, als ehe¬ 
mals, daher man gemerkt hat, daß je einfacher eine 
Prozeßordnung sei, desto mehr stimme sie mit ihrem 
Zwecke überein. Diese österreichische Prozeßordnung 
ist auf dieses gründliche Raisonnement gebaut, und 
trägt das Geprage der Kurze, der Präcision und des 
Schicklichen an sich. Sie ist das Produkt eines philo¬ 
sophischen Kopfs, und von allen. Formalitäten gerei¬ 
nigt, die nur zum Schlendrian gehören. Sie ist ein 
Muster für die künftigen Prozeßordnungen. 
Sie ist in neun und dreißig Kapitel eingetheilt. 
Erstes Kapitel. Von dem gerichtlichen Verfahren 
überhaupt. Es soll in allen Fällen nur bis zur Du¬ 
plik verfahren werden. §. 12. Das Faktum soll jeder= 
zeit in seiner Zeitordnung rein, ohne Einmengung ei¬ 
nes Vernunftschlusses, oder einer Rechtsstelle erzehlet, 
die Beweismittel aber von brieflichen Urkunden, nöthi¬ 
gen Vollmachten, Eiden, Zeugenschaften, oder son¬ 
stigen Beweisarten, sogleich angefuͤhrt und beigeschlos¬ 
sen, auch wenn sich die Parthei auf Zeugenschaften 
grün¬ 
Vortage: 
Max-Planck-Institut für 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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