Full text: Magazin der Gesetzgebung, besonders in den königl. preußischen Staaten (Bd. 2 (1782))

480 XXXVII. Von dem politischen Verhältniß 
sem Punkt muß nichts willkührliches seyn, nichts 
vom bloßen Glück, von Billigkeit, Einsicht oder Ei¬ 
gennutz einzelner Personen abhängen. Die Gesetze 
müssen dem geringsten Arbeiter etwas geben, das er 
Sein nennen kann: eben das Recht es zu fodern; 
eben die Freiheit es zu brauchen; und eben so sichere 
Mittel es zu bewahren, als dem größten Herrn. 
Das sind die Grundsätze, die Anwendung kann ver¬ 
schieden seyn. Man hat zur Verbesserung des Bau¬ 
renstandes manche Vorschläge gethan. Ich glaube, 
daß diejenigen, welche den Bauren das meiste geben, 
die besten sind; aber ich glaube nicht, daß sie alle in 
gleichem Grade nöthig sind. Die persönliche Frei¬ 
heit könnte eingeschränkt seyn; Grund und Boden 
kann andern zugehören; aber die Pflichten und Ab¬ 
gaben muͤssen bestimmt werden, und zwar allemal 
so, daß ein fleißiger Arbeiter seinen nöthigen Unter¬ 
halt behält. Dies ist unumgänglich nöthig, und 
keine Einwendung findet dagegen Statt. Man mag 
noch so viele Gerechtigkeiten und Privilegien anfüh¬ 
ren; wenn die Folgen davon für das Ganze so nach¬ 
theilig sind, das ist genug zu beweisen, daß derglei¬ 
chen Recht nicht Statt finden darf. Es kann nie¬ 
mals die Frage seyn, ob es billig ist, ein solches 
Vorrecht abzuschaffen: sondern nur auf welche Weise 
es am besten geschehen könnte, und welche die we¬ 
nigste Schwierigkeit hat. 
Aber wenn auch dieses geschähze, so ist doch noch 
nicht alles gethan. Es ist nicht genug, etwas durch 
Gesetze einmal festzusetzen; es müssen neue Gesetze 
da 
Vorlage: 
Max-Planck-institut für 
DFC 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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