Full text: Magazin der Gesetzgebung, besonders in den königl. preußischen Staaten (Bd. 2 (1782))

308 ǀ| XXVII. Leben und Schriften 
Montesquious Stillschweigen, Klugheit gewesen war. 
Usbeck drückt sich bisweilen ziemlich frei aus, nicht 
über den Grund des Christenthums, aber doch uͤber 
Dinge, welche gar zu viel Leute verdächtlich mit dem 
Christenthum selbst vermengen; über den Geist der 
Verfolgung, wovon so viele Christen besessen gewesen 
sind; über die Anmassungen der geistlichen Gewalt in 
weltlichen Sachen; über die ausschweifende Verviel¬ 
fältigung der Klöster, welche dem Staate Bürger 
entziehn, ohne der Gottheit Verehrer zuzufüͤhren; 
über einige Meinungen, die man vergebens versucht 
hat, zu Glaubenslehren aufzuwerfen; über die Reli¬ 
gionszänkereien der Franzosen; die immer heftig, oft 
von traurigen Folgen begleitet waren. Kömmt er 
in andere Stellen auf verwickeltere Fragen, und sol¬ 
che, welche die christliche Religion näher interessiren, 
so findet man seine Betrachtungen, wenn man sie 
mit Unpartheilichkeit würdert, der Offenbarung sehr 
vortheilhaft, weil er sich darauf einschränkt, die Un¬ 
zulänglichkeit der sich selbst gelassenen menschlichen 
Vernunft in solchen Dingen zu zeigen. Den ächten 
Briefen des Herrn von Montesquiou, hatte der aus¬ 
wärtige Verleger einige von einer andern Hand bei¬ 
gefügt. Man hätte wenigstens, ehe man den Ver= 
fasser verdammte, untersuchen sollen, was ihm ei¬ 
genthümlich gehörte. Ohne auf obige Umstände zu 
achten, erhoben und vereinigten sich der Haß unter 
dem Namen eines heiligen Eifers, und der Eifer ohne 
Unterscheidungskraft oder ohne Einsicht wider die per¬ 
stanischen Briefe. Angeber, diese gefährliche und 
niederträchtige Menschenart, welchen unglücklicher¬ 
weise 
Volage: 
Max-Planck-Institut für 
DFG 
europäische Rechtsgeschichte
	        
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