Full text: Archiv des Criminalrechts (N.F. Jg. 1849 (1849))

10 Die Zusammensetzung der Schwurgerichte. 
der Schwurgerichte zu sehr von der Willkühr eines absetz= 
baren Verwaltungsbeamten, des Präfecten, abhängig 
war. Zunächst dachte man nun bei der Regierung daran, 
die Fähigkeit zum Geschwornen vorzugsweise auf die Wäh= 
ler zu beschränken und diese Gränze nur dann zu überschrei= 
ten, wenn das Departement nicht die erforderliche Anzahl 
von Wählern enthalten sollte, die Willkührlichkeiten des 
Präfecten aber in der Auswahl dadurch zu verhüten, daß 
die Listen längere Zeit vor ihrer Benutzung angefertigt wer= 
den müßten. Jnzwischen wurden doch auch noch bei der 
Discussion des Gesetzvorschlages in den Kammern gewisse 
Capacitäten neben den Wählern zugelassen, vornemlich die 
nicht besoldeten Beamten, die Gelehrten, die Notare und pen= 
sionirten Officiere. Nach diesen Principien ergieng das Gesetz 
vom 2. Mai 1827, welches fast unverändert in den revidir¬ 
ten Code d'Jnstr. v. 28. April 1832 aufgenommen ward. 
Darnach sollten von jedem Präfecten in jedem Jahre 
(Anfang August) für das nächstfolgende Jahr allgemeine 
Geschwornenlisten angefertigt werden, die aus zwei Thei= 
len bestehen. Der erste begreift die Wähler, der andere 
die sonstigen Capacitäten. Gemeinsame Bedingung zur 
Aufnahme ist ein Alter von 30 Jahren (obgleich ein Wäh¬ 
ler nur 25 Jahre alt zu seyn brauchte) und zwar schon 
zur Zeit der Aufnahme; sodann Genuß der politischen 
Rechte, (wodurch Frauen, Dienstboten, Fremde u. dergl. 
ausgeschlossen werden,) endlich ein wirkliches Domicil im 
Departement. Als Capacitäten für den zweiten Theil der 
Liste sind anerkannt: 
die öffentlichen königlichen Beamten ohne Besoldung; 
Land= und See=Officiere mit Pension von wenigstens 
1200 Frcs. und einem Domicil von 5 Jahren im De¬ 
partement; 
Licenciaten der 2 Facultäten des Rechts und der Künste 
und Wissenschaften, welche als Anwälte oder Advo= 
Vorlage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer