Full text: Archiv des Criminalrechts (N.F. Jg. 1841 (1841))

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Der sogenannte generelle Vorsatz 
II. 
Der sogenannte generelle Vorsatz, 
mit Rücksicht 
auf die Bestimmungen der neuesten Strafgesetzgebungen 
und die ständischen Verhandlungen darüber, 
geprüft 
von 
Mittermaier. 
Es ziemt der Wissenschaft Grundsätze aufzustellen, welche 
als Ergebnisse der Forderungen der Gerechtigkeit bei der 
Anwendung der Strafgesetze den Richter leiten müssen. 
Der Wunsch, die Gefahren zu vermeiden, welche durch 
das Generalisiren leicht entstehen können, die Rücksicht, 
daß es schwierig ist, die verschiedenartigsten Fälle durch 
einen Grundsatz zu erschöpfen, und daß, wenn dieser zu 
weit oder zu enge gefaßt ist, ungerechte Entscheidungen 
einzelner Fälle erfolgen würden: bewirken die Aufstellung 
vieler Unterscheidungen und Bezeichnungsweisen einzelner 
Arten, um die richtige Verständigung derjenigen zu er¬ 
leichtern, welchen die Anwendung der Gesetze anvertraut 
ist. In dem Gebiete der Wissenschaft sind solche Di¬ 
stinctionen und Bezeichnungen ungefährlich; denn ihre Be¬ 
nutzung ist von dem klugen Ermessen der Richter abhän¬ 
gig, welche das Unbrauchbare bald ausstoßen; sie sind 
aber auch der beständigen Fortbildung der Wissenschaft un¬ 
terworfen, die in dem großen Kampfe der Geister allmäh= 
lig zur Wahrheit gelangt und die Jrrthümer der Vergan¬ 
Vorage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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