Full text: Archiv des Criminalrechts (N.F. Jg. 1841 (1841))

und über die Aufhebung dieser Strafart. 28 
Betbehattung dieser Strafart sich aussprach. 3) Die 
Mehrzahl der Gründe, welche die Gegner der Todes= 
strafe anführen, sind von der Unzweckmäßigkeit und davon 
abgeleitet, daß diese Strafe nicht nothwendig sey, wäh= 
rend die Meisten die Rechtmäßigkeit der Strafart aner= 
kennen. 4) Bei der Prüfung der Zweckmäßigkeit spielen 
freilich sehr häufig nur allgemeine Phrasen oder angebliche 
Erfahrungen andrer Länder, deren Verhältnisse man nicht 
genug kennt, die Hauptrolle; wir wiederholen das oben 
geäußerte Bedauern, daß die Abgeordneten nicht mehr die 
Frage mit besonderer Beziehung auf das Land, für welches 
das Gesetzbuch berathen werden soll, erörtern. Englands 
Beispiel sollte hier vorleuchten; die Rede des Ministers 
Russell bewährt den praktischen Sinn. Wie viel würde 
gewonnen werden können, wenn diejenigen, deren Beruf 
sie in die Lage setzt, die Meinung des Volkes, wenn von 
Aufhebung der Todesstrafe, von Milderung der Gesetze 
die Rede ist, vorzüglich wenn Todesurtheile vollzogen wer= 
den oder Begnadigungen erfolgen, kennen zu lernen, ihre 
Erfahrungen darüber angeben würden. Insbesondere 
würden Geistliche in der Lage seyn, interessante Nachrich= 
ten über die Stimmung des Volkes mitzutheilen. 4) Die 
Vergleichung der Gründe, mit welchen die Todesstrafe in 
den Kammern vertheidigt wird, ist häufig nicht geeignet, 
die Ueberzeugung des Volkes richtig zu leiten. Mit Sen= 
tenzen oder mystischen Phrasen oder vornehmen Erklärun= 
gen, daß die Todesstrafe nothwendig, daß die Civilisation 
noch nicht gehörig vorangescheitten sey, beruhigt man das 
Volk nicht. Die Rede des Ministers Russell hatte Ein= 
druck in England gemacht. Jn solchem Geiste sollte der 
ernste Gegenstand behandelt werden. Wir werden unten 
die Punkte bezeichnen, auf welche die Regierung bei der 
Prüfung der Fragen ihr Augenmerk richten sollte. 
(Fortsetzung im nächsten Hefte.) 
Voge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer