Full text: Archiv des Criminalrechts (N.F. Jg. 1845 (1845))

334 Gegenwärtiger Zustand der Gesetzgebung rc. 
zweckmäßigen Duellgesetzes unerläßlich sey. Diese Stimme 
ist die herrschende in Frankreich, wenn auch die Depu¬ 
tirtenkammer 1845 nach einer nicht der Bewunderung 
würdigen Discussion durch die Verwerfung einer wohl be¬ 
gründeten Motion aussprach, daß die Vorlage eines Duell= 
gesetzes nicht Bedürfniß sey. — Wir werden das Detail 
dieser Bemerkungen im Verfolge unseres Aufsatzes mitthei¬ 
len. Jn den Ländern, in welchen das französische Straf= 
gesetzbuch außer Frankreich Gesetzeskraft hat, wird das 
Bedürfniß einer besondern Duellgesetzgebung immer mehr 
anerkannt; in Belgien erging ein Gesetz vom 8. Januar 
1841, das, wie wir nachweisen werden, sich gut be¬ 
währt. Im Königreich der Niederlande*), wo 1844 der 
Militärgerichtshof ausgesprochen hatte, daß die Strafge¬ 
setze über Tödtung keine Anwendung auf die im Duell ver= 
übte Tödtung haben könnten, erkannte dagegen der hohe 
Militärgerichtshof, daß die Anwendung jener Gesetze ge¬ 
gründet wäre*). In Rheinpreußen hatten schon früher die 
Gerichtshöfe ausgesprochen), daß die Strafgesetze über 
Tödtung und Verwundung auch auf die im Duelle verübten 
Verletzungen anwendbar wären. In Rheinbaiern hatte die 
Anklagskammer des Appellhofs in Zweibrücken durch Ur¬ 
theil vom 27. Nov. 1844 in einem Falle, in welchem einer 
der Duellanten verwundet wurde, die Unzulässigkeit der 
Anwendung der Gesetze über Verwundung ausgesprochen; 
der Cassationshof in München hatte auf den Grund eines 
sehr scharfsinnigen Vortrags des Generalprocurators die 
3) Der gründliche Jurist den Tex in den Bydragen tot regts¬ 
geleerdheid en Wetgeving Tom. VII. p. 22 sq. suchte zu 
beweisen, daß es keines Duellstrafgesetzes bedürfe. 
In dem regtsgeleerd Byblad tot den Bydragen 1844. 
p. 387. 
Archiv für das Civil= und Criminalrecht der preuß. Rhein¬ 
provinzen Bd. XII. S. 13. 
Volage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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