Full text: Archiv des Criminalrechts (N.F. Jg. 1845 (1845))

Ueber den neuesten Zustand 
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Körperverletzung behandelt; der Verf. giebt Anleitung zu 
dem Krankenexamen, zeigt, worauf der Arzt sein Gutach= 
ten zu richten hat, schärft überall ein, jeden Fall in con¬ 
creto zu beurtheilen. Sehr gut z. B. sind S. 52. seine 
Erörterungen über das was Krankheit genannt werden 
kann. S. 81. über die Bedeutung von Störung der Ge= 
sundheit. Trefflich ist S. 203. die Entwickelung des Unter¬ 
schieds zwischen dem Begriff der Lebensgefährlichkeit der 
Verletzungen in heilkünstlerischer und in gerichtlich-medicini¬ 
scher Hinsicht. Die Warnungen, welche S. 219. der Verf. 
giebt, sollte jeder Gerichtsarzt und Jurist beherzigen. Sehr 
klar und praktisch ist die Anweisung S. 371. zur Abfas¬ 
sung von gerichtlichen Gutachten bei Körperverletzung von 
Schwangern. Auf die treffliche Erörterung über Lethalität 
der Verletzungen S. 393. werden wir unten zurückkommen, 
wenn wir die Ergebnisse der neuesten Forschungen in dieser 
Lehre prüfen. Jeder angehende Gerichtsarzt sollte mit dem 
eben geschilderten Werke sich befreunden. — Von größe= 
ren Werken, die in Deutschland in neuerer Zeit über ge¬ 
richtliche Arzneikunde erschienen sind, heben wir das Nr. 1. 
oben genannte Handbuch von Friedreich und das unter 
Nr. 3. bemerkte Handbuch von Siebenhaar hervor. 
Das erste ist das reichhaltigste Buch über gerichtliche Me= 
diein, welches vorzüglich den Juristen empfohlen werden 
muß. Dem umfassend gebildeten, mit der Wissenschaft ver= 
trauten Verfasser ist es leicht geworden, in jeder Lehre alle 
möglichen bisherigen Forschungen zu sammeln und darzu= 
stellen. Es giebt nicht leicht eine Frage in der gerichtlichen 
Medicin, für welche der Gerichtsarzt oder Jurist nicht eine 
Antwort und reichhaltigen Stoff zur Behandlung eines 
Falles in Friedreich's Handbuch findet. Die Lehre von 
dem Kindesmord, von der Tödtlichkeit der Verletzungen, 
über Kindesabtreibung, sind mit großer Ausführlichkeit be¬ 
handelt. Wir erlauben uns nur die Bemerkung, daß oft 
Vorage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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