Full text: Neueste juristische Literatur (1781, St. 1 (1781))

criminis famosi libelli. 
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dere Verbrechen sind, sondern überhaupt zur Jn= 
jurie gerechnet werden, und so wie diese nach den 
eintretenden Umständen des Orts, der Zeit, der 
Person, des Schadens und derer Beschaffenheit 
entweder leichter oder schwerer bestraft wird: also 
verhält sich solches bei dem Pasquill. Bei den 
Römern wird der famose Libell zu den Jnjurien 
gerechnet und macht kein eigenes Verbrechen aus. 
Dieß wird sowohl aus der allgemeinen Bedeutung 
des Worts, als der gemeinschaftlichen Art der 
Strafe deducirt. . 
Die Römer gebrauchten nemlich die Strafe der 
Talion nicht blos bei dem Pasquill, sondern auch 
bei allen Arten der Injurie und falschen Anklage. 
Diejenige Zweifel aber, welche des Auctors Mei= 
nung nach verschiedenen Schriftstellern und Gese= 
tzen im Wege stehen, suchte er im §. 9. — 11. 
so gut als möglich zu heben und zu zeigen, daß 
seine Theorie heut zu Tag um so mehr statt fin= 
den müsse, als statt der Talion willkührliche 
Strafen auf Schmähschriften gesetzt sind. Jn der 
Sach= selbst ist der Recensent des Verfassers Mei = 
nung, und ist es schon längst gewesen. Er glaubt 
mit ihm, daß so wie überhaupt die Gegenstände, 
also auch insonderheit die Verbrechen nicht ohne 
Noth zu vervielfältigen, und daß das Pasquill 
allerdings eine Art der Injurie sey. Allein in 
einigen Punkten kann man dem Verfasser nicht bei¬ 
pflichten, wenn er nemlich glaubt, daß das Pasquill 
von der Jnjurie blos den Namen nach unterschie 
den 
N 4 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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