Full text: Neueste juristische Literatur (1781, St. 3 (1781))

Gerichtsstand in zeitlichen Sachen. 429 
derselben vermög der Observanz von 1624. eine 
evangelische Kirche und Religionsübung zu finden, 
dann aber auch, wenn das Land gemischt, das ist, 
daß beide Kirchen, die evangelische und katholische, 
seit gedachtem Jahr her, mit ihren Religionsübun= 
gen kondominiren. Dergleichen evangelische Kir= 
chen in römischkatholischen Landen haben entweder 
im Jahr 1624. die darinn vorhandene kirchliche, 
römischkatholische Gerichtsbarkeit anerkannt, oder 
nicht. Sollte jenes unvermuthet geschehen seyn: 
so bleiben solche unter den gesetzlichen Einschrän= 
kungen*) der römischkatholisch bischöflich geistlichen 
Gerichtsbarkeit ferner unterworfen. Ausserdem aber 
besteht die Regel: daß dergleichen evangelische Glau= 
bensverwandte dem zur Vermaltung der Kirchen= 
gewalt, oder doch der ihr anhängigen kirchlichen 
Gerichtsbarkeit errichteten, oder sonst anerkannten 
evangelischen Konsistorium, nicht aber dem katho= 
lischen weltlichen Landesherrn, oder dessen weltli= 
cher Gerichtsbarkeit unterworfen. 
Zuletzt macht der Herr Auktor von seinen bis¬ 
herigen Grundsätzen die Anwendung auf gemischte 
Reichsstädte. Der in solchen Städten befindliche 
Rath und Burgerschaft ist den im Jahr 1624. 
eingeführten beiden Religionen zugethan, und die 
oberherrliche Gewalt ruht bei der aus Rath und 
Burgerschaft bestehenden Stadt. An aller Gewalt, 
Gerichtsbarkeit, und was ihr zugehörig ist, hat 
nach 
*) W. Fr. Jnst. Art. V. §. 48. 
Vorage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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