Full text: Neueste juristische Literatur (1781, St. 3 (1781))

428 Von der evangelischen Geistlichkeit 
Zweifel werden gründlich beantwortet und abgefer= 
tigt. Wollte einer die gegenseitige Meinung an¬ 
nehmen und behaupten, daß alle sonst kirchliche 
Gewalt und Gerichtsbarkeit, der Regel nach, dem 
Landesherrn eingeräumt, und mit der Landeshoheit 
vereinigt worden sei: so würde dieses der Ver= 
nunft, der Geschichte der Religionsbeschwerden, 
dem klaren Jnhalt der über das westphälische Frie= 
densinstrument gepflogenen Verhandlung, dem gan= 
zen Zusammenhang des Gesetzes selbst, ja dessen 
dürren Worten und andern Reichsgesetzen wider= 
sprechen. Es bleibt auch das Korpus der evange= 
lischen Reichsstände bei seiner gegen Kaiser und 
Reich deshalb gethanen Erklärung, und vertheidigt 
das angenommene Prinzipium um somehr, als in 
dem westphälischen Friedensinstrument ausdrücklich 
versehen ist, daß über dunkle und streitige Stellen 
die Entscheidung von niemand anders, als von den 
beiden hohen Religionstheilen getroffen werden soll. 
Zuletzt bemerkt der Herr Verfasser verschi= | | 
dene Fälle, in welchen die Frage von dem Ge= 
richtsstund der evangelischen Geistlichkeit in zeitli= 
chen Sachen besonders erheblich werden könne. Die= 
ses vornämlich alsdenn, wenn die Kirchengewalt 
und die Landeshoheit in verschiedenen Händen sind. 
Hier sind zweierlei Kirchen auf einem Territorium 
katholischer Landeshoheit, und denn sind zwei Fälle 
möglich. Einmal, wenn in einem Land, worinn 
die römischkatholische Religion herrschend ist, neben 
dersel = 
Vosge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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