Full text: Zeitschrift für die Criminal-Rechts-Pflege in den Preußischen Staaten mit Ausschluß der Rheinprovinzen (Rep. 2. Bd. 11/13. 1829 (1830))

dahin wirkt, die unnatürliche Scheidewand zwischen 
Theorie und Praxis umzustürzen, wird bei den 
Rechtslehrern gewiß gebührende Anerkennung finden; 
mir aber liegt es ob, in meinem Kreise, dem der 
Geschäftsmänner, darauf aufmerksam zu machen, 
bei Erwähnung des Streits zwischen den Anhängern der philo, 
sophischen, denen der historischen Methode und den s. g 
Practikern, sagt: „Wenn die Kämpfe über die Verschiedenheit 
der Principien einen gewissen Punkt erreicht haben, so ergiebt sich 
fast unmittelbar die Vereinigung und der Weg der Versöhnung. 
Wem sollte es nicht scheinen, daß die Wahrheit in der Mitte 
liege, daß die Vertheidiger irgend einer wirklichen Methode und 
einer Grundansicht eben so viel Recht (auf einem bestimmten 
Standpunkte) haben, als die Gegner welche sich der Uebertreibung 
widersetzen und daß auch hier der Friede durch die Vereinigung 
aller Elemente und ein harmonisches Zusammenwirken er¬ 
folgen werde? Auch wird dies jetzt schon mehr erkannt. Die Ver¬ 
bindung wahrer Philosophie, die das positive Recht als sol¬ 
ches anerkennt und in ihm existirt, der geschichtlichen Me¬ 
thode, welche als solche zugleich eine philosophische und practi¬ 
sche ist und einer wissenschaftlichen Praxis, die auf der 
Grundlage des interpretirten Rechts und einer geläuterten philo¬ 
sophischen Behandlung beruht, — diese ist es, welche die Zeit for¬ 
dert und wodurch wir dem Ziele näher kommen, zu dessen Erreich¬ 
ung jeder Einzelne in dem ihm angewiesenen Berufe mitzuwir¬ 
ken die Pflicht hat. Wenn es nur allgemein eingesehen würde, 
daß auf diese Art selbst die entgegengesetztesten Bestrebungen der 
Wahrheit förderlich seyn können und jede redliche Thätigkeit ihren 
Werth habe! 
M. s. ferner desselb. Verf. Vorrede zu dem ersten Reverto¬ 
rium über gegenwärtige Zeitschrift. Endlich, seine mannigfaltigen 
Beurtheilungen hauptsächlich in das Preuß. Recht einschlagender 
Schriften, in Schunks Jahrbüchern der gesammten juristischen 
Literatur, welche, von Einer Gesinnung ausgehend, sich einander 
ergänzen und erläutern und so ein Ganzes schätzbarer Abhandlun= 
gen bilden, von denen, wenn die darin entwickelten Ansichten ge¬ 
bührend berücksichtigt werden, für Theorie und Praxis ein gleich 
günstiger Einfluß zu erwarten ist. 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
u Berlin
	        
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