Full text: Niederrheinisches Archiv für Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtspflege (Bd. 2 (1817))

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und das Rechte; weil wir es so geprüft haben in der 
Zeit der Trauer und des Leidens. 
Da war aber ein Mann an der Spree — der wahren 
Propheten keiner — der warf einen dichten Schleier da¬ 
rüber, damit es im Dunkeln bliebe und unvollzogen des 
Königs Geboth. 
Wer aber will, daß des Herrn Befehl geschehe, thue 
nicht, wie dieser that. 
Denn das Gute wird nur gefunden und das Rechte 
wird nur erkannt, wo nichts verborgen bleibt vor dem 
Auge des Königs und Alles hervorgezogen wird, was 
tief im Busen des wünschenden Volkes schlummert. 
59. 
Rüge — an die Herausgeber des Morgenblatts. 
Wenn der Herausgeber eines Journals die Verpflich 
tung hat, den Einsender jedes Artikels zu vertreten, der 
unter dem Schleier der Anonymität irgend etwas Gutes 
zu erzielen sucht, so hört diese Verpflichtung doch auf, 
sobald der Mann im Dunkeln die offenbarsten Un¬ 
wahrheiten zu übermachen, die Kühnheit hat; denn 
aus diesen selbst, den niedrigen Mitteln, ergibt sich schon 
eine unedle und tückische Absicht. Und in einer solchen 
Hypothese muß der Herausgeber die Sünde auf den fallen 
lassen, der sie öffentlich begangen hat. So hielten es 
wenigstens Schlözer, Nicolai, Wekhrlin, Rebmann, Ge= 
dike und Andere in frühern Zeiten. 
Auch wir erwarten ein Gleiches von dem Herausgeber 
des Morgenblatts, der sein Journal nicht zu einem Zwecke 
der Lüge herabgewürdigt wissen wollen kann. 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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