Full text: Niederrheinisches Archiv für Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtspflege (Bd. 2 (1817))

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mit Erstaunen erregender Fruchtbarkeit zu Tage gefördert 
hat. Der Vergantungs=Prozeß möchte auch wohl leichter, 
als manche andere Abtheilung der Rechtskunde geeignet 
seyn, eine umfassende und gründliche Reform aufzunehmen. 
Er gehört gar nicht in die Klasse derjenigen Rechtsma¬ 
terien, die auch für andere die bestimmenden Grundsätze 
enthalten, und normativ für dieselben werden, noch unter 
diejenigen, deren Einrichtung in das ganze System einer 
Gesetzgebung eingreift, und aus den Grundprinzipien des¬ 
selben nothwendig eätwickelt ist. Als eine bloße Aus¬ 
bildung des Exekutions=Verfahrens ist diese Materie selbst 
nur einfachen Grundsätzen untergeordnet, und ausser diesen 
ist alles andere in ihr nur Bestimmung willkürlicher For¬ 
maliräten. 
Wenn aus diesem Grunde einer totalen Umarbeitung 
des Vergantungs=Prozesses nichts entgegensteht, so fühlen 
wir uns doch zu der Beibehaltung des Prozesses im Gan¬ 
zen dadurch mächtig bewogen, daß die in demselben be¬ 
folgten Hauptgrundsätze und Ansichten, gerade die rechten 
und passenden sind, und daß mithin auf dem Wege der 
Modifikation eben das gewonnen werden kann, was man 
durch eine neue Theorie bezwecken möchte. 
Da wir auf diese Art die Grundlinien des Vergan= 
tungs=Prozesses nicht abzuändern gedenken, so wird es 
uns erlaubt seyn, unsere Ansichten einer Reform des 
Vergantungs=Prozesses auf eine Art zu entwickeln, die 
indem sie die jetzt bestehende Prozedur und ihre detaillir¬ 
ten Verfügungen als Substrat nimmt, nur an den geeig= 
neten Stellen die erforderlichen Modisikationen angibt. 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berli
	        
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