Full text: Niederrheinisches Archiv für Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtspflege (Bd. 2 (1817))

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marische Behandlungsart, welche der Artikel 718 für alle 
Inzidentfälle des Vergantungs=Prozesses anordnet, leicht 
gehoben. Hierdurch wird die Erfahrung erklärbar, welche 
uns nachweist, daß wirklich nur sehr wenige Prozeduren 
aus diesem Ursprunge hervorgegangen sind, und wir dür= 
fen also die besondern Rücksichten einer Umbildung des 
französischen Vergantungs=Prozesses auf folgende Fragen 
beschränken? 
1) Welche Förmlichkeiten sind aus dem gegenwärtigen 
System des Vergantungs=Prozesses als unfruchtbar und 
überflüssig, oder als zweckwidrig zu proskribiren? 
2) Welche sind in soweit beizubehalten, daß sie durch 
eine Modifikation, eine den ideellen Zwecken des Ver¬ 
gantungs=Prozesses entsprechendere Anlage gewinnen? 
3) Welchen Förmlichkeiten muß die Garantie der Nul¬ 
litätsstrafe zur Seite gestellt werden? Wann ist diese 
Nullität als gedeckt anzusehen? Welche Strafen haften 
auf der Unterlassung derjenigen Förmlichkeiten, welche 
zwar auch beibehalten und vorschriftlich sind, übrigens 
aber die Prozedurform nicht wesentlich bestimmen? 
4) Wie wäre überhaupt das Verhältniß des Gläubigers, 
welchem die Integrität des Grundstückes sichergestellt 
werden muß, auszugleichen mit dem Genußrechte, welches 
der Schuldner bis zur schließlichen Versteigerung ausübt? 
5) Welche Neuerungen wären in Ansehung der Inzi¬ 
dentfälle, und | | 
6) in Ansehung des Aufgeboths zu wünschen? 
Es würde leicht seyn, für den Vergantungs=Prozeß 
eine neue rationelle Form zu entwerfen, und die Zahl 
der Gesetzesprojekte zu vermehren, die die neuere Zeit 
. 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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