Full text: Niederrheinisches Archiv für Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtspflege (Bd. 2 (1817))

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sie in Deutschland allgemein war. Die Verurtheilung 
eines Menschen durch Richter, welche auf den Grund 
schriftlicher Akten sprechen, ohne den Angeklagten und 
seinen Vertheidiger, den Kläger und die Zeugen je un¬ 
mittelbar gehört und gesehen zu haben, widerspricht der 
Menschlichkeit nicht weniger als die Tortur. 
Preußens großer Friedrich war der erste deutsche Re= 
gent, welcher die Letztere verbannt hat. Jhm folgten die 
andern Fürsten Deutschlands. Preußens höchstverehrter, 
edler, gemüthvoller Friedrich Wilhelm der Dritte wird 
die Menschheit von diesem nicht minder gefährlichen Miß 
brauch befreien. 
Wie er Deutschlands Fürsten der Vorkämpfer im herr= 
lichen Kampf gegen die Tyrannei war, so wird er herr= 
liches Vorbild und Muster in dem Kampf gegen das Vor= 
urtheil der Schreiberei und der Heimlichkeit seyn, und wie 
dort wird der Sieg die ruhmvollen Bemühungen krönen. 
Ein Rheinländer. 
31. 
Versuch einer Herleitung der Nothwendigkeit des Ge= 
schwornen=Gerichtes in Kriminalsachen, aus der 
Idee des Beweises. 
Jeder richterliche Urtheilsspruch, er ergehe im bürger= 
lichen oder im peinlichen Prozesse, gründet sich auf That¬ 
sachen, deren Beschaffenheit und Wahrheit vorhin darge= 
than werden muß. Es zerfällt daher der Prozeß in zwei 
wesentlich verschiedene Theile: der erste, der die Thatsachen 
und deren Ausmittelung begreift, gehört der Geschichte 
an, der andere dem positiven Rechte. 
Voge 
Staatsbiblothek 
Max-Planck-Institut für
	        
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