18
auf den Willen des Testators ankommen müsse und lediglich
danach die Entscheidung zu treffen sei, ist uns in den Pandekten ¬
aus dem Munde von Celsus überliefert:
Fr. 14 D. de usu et usufr. leg. 33, 2. Duos separatim ¬
uti frui sinere damnatus heres communiter uti
frui passus est. quaerebatur, an utrique ex testamento
teneretur. Dixi teneri, si testator utrumque solidum
habere voluit; nam ipsius onus est, ut solidum singulis
% legatum praestaret; qua parte igitur alterum uti frui
sineret heres, ea parte eum non sinere alterum uti frui.
ideoque per aestimationem unicuique quod deest replere ¬
debet.
Das legatum sinendi modo begegnet dann auch als Liberationsvermächtniß, ¬
wie noch in den Pandekten bezeugt ist:
Fr. 16 D. de liber. leg. 34, 3. Ei cui fundum in
quinquennium locaveram legavi quidquid eum mihi
dare facere oportet oportebitve ut sineret heres sibi
habere.
Der Erbe ist dann zwar ex locato verpflichtet, die Nutzung
vertragsmäßig zu gestatten, seinen Ansprüchen aber aus dem
Pachtvertrage steht das Vermächtniß entgegen: si jure locationis ¬
quid retineret, ex testamento fore obligatum.
Mieth= und Pachtverträge geben aber auch schon für
sich allein hinreichende Beispiele für Duldungspflichten.
Vor Allem pflegt es eine stehende Klausel der Kontraktsformulare ¬
zu sein, daß der Miether das Betreten der Wohnung ¬
durch den Vermiether gestatten oder dulden müsse, um
Besichtigungen zu ermöglichen, daß er aber auch erforderliche
Reparaturen und Arbeiten geschehen lassen müsse und dergleichen ¬
mehr. Wiederum wird durch Verhinderung dieser
Pflicht zuwider gehandelt.
Fr. 3 d. 3 D. uti possidetis 43, 17. Cum inquilinus ¬
dominum aedes reficere volentem prohiberet,
aeque competere interdictum uti possidetis placuit