Full text: Neues Archiv des Criminalrechts (Bd. 9 (1826))

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XXVI. 
Beurtheilung 
der 
neuesten criminalistischen Schriften. 
1) Groningae: G. de Wal (Professor in acade¬ 
demia Groningana): Oratio de historia juris 
criminalis errorum humani ingenii teste, pru¬ 
dentiae civilis magistra. 1822. 
Nec. fühlt sich verpflichtet, das Publikum auf eine ihm 
erst jetzt zu Gesicht gekommene Abhandlung aufmerksam zu 
machen, die zu den geistreichsten Abhandlungen neuerer 
Zeit gehört. Schon der Titel der Dissertation zeigt, daß 
es dem Bearbeiter nicht an Stoff fehlen konnte, und un= 
sere Zeit wird der Nachwelt gestatten, auch eine ähnliche 
Abhandlung, zu welcher unsere Zeit den Stoff liefern wird. 
zu schreiben. — Es ist freilich eine gefährliche Sache, über 
die Jnstitute der Vorwelt den Stab zu brechen, und mit= 
leidig vornehm über die Verirrungen der Vorzeit zu lächeln. 
weil man den Sinn, mit welchem die alte Zeit das Jnsti= 
tut betrachtete, nicht mehr hat, die Verhältnisse, aus wel¬ 
chen es hervorging, nicht mehr kennt, und nur den verdorr= 
ten abgestorbenen, der Blätter und Blüthen beraubten 
Baum vor sich sieht, ohne zu erwägen, daß auch er in 
frischer Kraft einst blühte. So kann man wohl über das 
alte Jnstitut der Compositionen, über Gottesurtheile, über 
Eideshelfer lächeln, während man, wenn man die Jnsti= 
tute nach dem Zusammenhange ihrer Veranlassungen und 
Verhältnisse würdigt, anerkennen muß, daß auch sie in ih= 
33 2 
oge 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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