Full text: Neues Archiv des Criminalrechts (Bd. 8 (1826))

Ueber culpose Körperverletzungen. 
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Wie richtig man früher die Sache angesehen 
hat, beweist Damhouder, welcher ausdrücklich 
erklärt, daß Verwundungen an sich nicht criminell, 
sondern nur zu Privatsatisfaction als Injurien oder 
culpose Beschuldigungen geeignet seyen*). Daher 
ist es auch gekommen, daß in der Bambergensis und 
Carolina und zu einer Zeit, wo doch so viele 
Verwundungen vorfielen, von denselben gar keine 
Rede war. 
Schriftsteller des vorigen Jahrhunderts, die 
mit mehr Genauigkeit das positive deutsche Criminal¬ 
recht behandelten, behielten theils den einzig rich¬ 
tigen Standpunkt der Injurie für die Verwun¬ 
dungen bei, wie z. B. einer der größten deutschen 
Criminalisten, Samuel Friedrich v. Böh- 
mer *), ferner Engau *2), theils verloren sie 
doch nicht die Jdee, daß Verwundungen nur öffentlich 
gestraft werden könnten, wenn dolus vorhanden sey. 
So unterscheidet Koch, der einen eignen Titel: de 
violatione corporis bildet, in seinen institutiones 
juris criminalis die injuriae, quae fiunt animo 
injuriandi, und die injuriae, quae in gravius de¬ 
lictum non incidunt v. c. duellum, homici¬ 
dium etc.; ferner Dorn in seinem bekannten Com¬ 
mentar über das peinliche Recht. §. 113: „Wenn 
10) Cap. 77. nr. 39. 40. 
11) in seinen elementis jurisprudentiae criminalis. 
§. XC. pos. 10. 
12) in seinen elementis; der sich bekanntlich doch sehr den 
deutschen Gewohnheiten anschloß. — §. CCCXV: poena. 
qua is, qui alterum dolo malo vulneravit, adfici so¬ 
let, arbitraria est. 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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