Metadaten : Kremer, Karl: ¬Das ausschließliche Recht des Urhebers an der Melodie

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bezeichnet  zu  werden  pflegt,  sofern
de  musique  etc.  lorsqu'elles
dieselbe  lediglich  die  Wiedergabe
ne  sont  que  la  reproduction
eines  solchen  Werkes  in  derselben
d'un  tel  ouvrage,  dans  la  même
oder  einer  anderen  Form,  mit  unforme ¬
  ou  sous  une  autre  forme.
wesentlichen  Anderungen,  Zusätzen
avec  des  changements,  addioder -
  Abkürzungen  darstellt,  ohne
tions  ou  retranchements,  non
im  übrigen  die  Eigenschaft  eines
essentiels,  sans  présenter
neuen  Originalwerkes  zu  besitzen.
d'ailleurs  le  caractère  d'une
nouvelle  oeuvre  originale."
Mit  Unrecht  wird  der  hier  vertretenen  Ansicht  etwa  der  Vorwurf
gemacht,  daß  sie  Unzulänglichkeit  einer  geistigen  Weiterverarbeitung
begründe.  Es  kann  nie  verboten  sein,  und  ein  solches  Verbot,  wenn
auch  ausgesprochen,  wäre  niemals  zu  verwirklichen,  daß  ein  Werk  von
einem  anderen  in  sich  aufgenommen  wird,  und  dieser  hiedurch  zu  neuer
Schaffenskraft  angeregt,  selbst  neue  Produkte  hervorbringe.  Wie  der
Maler,  Zeichner,  Bildhauer  bei  Betrachtung  und  Studium  eines
Kunstwerkes  sich  zu  neuen  Schöpfungen  begeistert  fühlt,  wie  er  für
seine  künftigen  Werke  manches  von  dem  Gelernten  verwertet  und  praktisch ¬
  bei  denselben  anwendet,  neue  Ideen  in  seinem  Innern  auftauchen,
wie  er  entweder  einer  gewissen  Schule  sich  dann  anschließt  oder  in
Folge  der  gewonnenen  Anschauungen  frei  und  selbständig  sich  Bahn
bricht,  stets  aber  eine  selbständige  Flugbahn  einhält,  und  wie  niemand
einem  Künstler  eigene  schöpferische  Thätigkeit  abspricht,  aus  dessen
Werken  ersichtlich  ist,  daß  er  wie  eine  Biene  hier  und  dort  aus  den
Blütenkelchen  in  dem  Blumengarten  der  Kunst  gesogen:  so  wird  auf
dem  Gebiete  der  musikalischen  Komposition  kein  Tonsetzer  gehindert
sein  durch  eifriges  Studium  dieses  oder  jenes  Werkes,  durch  Erlernung
der  Klangschönheiten  und  mannigfachen  Gestaltungsweise  und  Ansdrucksfähigkeit ¬
  der  Töne  sich  eine  gewisse  Basis  zu  schaffen,  auf  der
er  frei  und  selbsterzeugend  aufzubauen  vermag,  so  wird  es  niemand
verwehrt  sein,  Auregung  und  neue  Ideen  zu  schöpfen  aus  dem  unversieglichen ¬
  Borne  der  Kunst.  Wohl  aber  soll  der  Hochflut  unkünstlerischer ¬
  Leistungen  durch  energische  Zurückweisung  entgegengetreten
und  Gewinn  für  die  weitere  Gestaltung  der  Kunst  durch  Annahme
eines  ausschließlichen  Rechtes  des  Urhebers  an  der  Melodie  gezogen
werden.
-ee
            
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