Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

daß er, um sein Schiff wieder flott zu machen, diese 
Ballen habe über Bord werfen müssen. Indessen habe 
er diesen Gedanken vor dem Verlust des Schiffs nicht 
gehabt, weil er auf dieser weiten Reise von Stettin nach 
Riga noch Zeit genug zu haben gegläubt habe, sich über 
den Vorschlag des Schön noch völlig zu bestimmen, und 
überhaupt in der dortigen Gegend der Strand nicht so 
beschaffen sey, daß er es auf die angegebene Art hätte 
unternehmen können, weil die Schiffe, welche darauf ge¬ 
rathen, selten wieder herunterzubringen wären, und er da¬ 
für gehalten, daß, wenn er diesen Vorschlag ausführen 
wolle, bei Riga noch Gelegenheit dazu seyn würde. Er 
müsse gestehen, daß er auch nicht völlig entschlossen ge¬ 
wesen sey, dieses Vorhaben nicht auszuführen und wenn 
sich eine bequeme Gelegenheit dazu ergeben hätte, würde 
er es vielleicht gethan haben, vielleicht auch nicht. Kurz, 
er sey noch ganz unentschlossen gewesen, als er das Schiff 
durch Unglück verloren habe. 
Dieses ganze Geständniß hat Inkulpat in der Folge 
widerrufen; er leugnete es nunmehe gänzlich, daß ihm 
der Kaufmann Schön den Antrag gethan habe, die bei 
ihm verladenen Ballen Tuch über Bord zu werfen und 
daß er jemals auf den Gedanken gekommen, ein solches 
Vorhaben auszuführen. Als Grund seines Geständnisses 
führte er an, daß er sich dadurch seinen Arrest habe er¬ 
leichtern wollen, indem er nach seiner ersten Vernehmung 
in ein engeres Gefängniß gesetzt worden sey und er die¬ 
ses seiner Gesundheit für nachtheilig gehalten habe. 
Sein Defeysor trug auf völlige Freisprechung an und 
die Regierung wollte ihn ab instantia absolviren. 
Die Verunglückung des Schiffes Carolina auf der 
Reise von Stettin nach Riga ist keinem Zweifel unter¬ 
worfen. Die von dem Inkulpaten und seiner Mannschaft 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer