Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

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mit der Sense mehrere Wunden im Kopf und Rücken bei¬ 
gebracht und den Arm zerbrochen, sich selbst aber zum 
Arrest gestellt habe. Der Justizaktuarius verfügte sich 
sofort wegen Krankheit des Justizamtmanns, mit Zuzie¬ 
hung des Stadtchirurgi Greiser nach Bötzow, wo in Ge¬ 
genwart des Domainen-Beamten die Ehefrau des Inkul¬ 
paten besichtigt und folgende Verletzungen an ihr gefun¬ 
den wurden. 
Der rechte Oberarm war vollkommen fracturirt, 
auf dem rechten Schulterblat war eine Fleisch¬ 
wunde von 64 Zoll lang und 2 Zoll breit; an 
der rechten Seite des Kopfs, nahe am Schlaf¬ 
bein, und über dem Osse brechmatis eine Wun¬ 
de von 6½ Zoll Breite, wodurch das Cranium 
auch entblößt war; Fissuren wurden darin nicht 
bemerkt. 
Die Damnificata gab, soviel ihre durch Verblutung 
erfolgte Schwäche es zuließ, nachdem sie die Generalfra¬ 
gen beantwortet hatte, daß sie Dorothea Elisabeth Hen¬ 
nicken heiße, 26 Jahr alt, im 4ten Jahre mit dem In¬ 
kulpaten verheirathet, und von ihren 2 ehelichen Kindern 
nur noch eine Tochter von 2 Jahren am Leben sey, fol¬ 
gendes Factum an: sie hätte sich mit dem Inkulpaten bis¬ 
her ziemlich gnt vertragen, und bei einigen Zänkereien 
einmal erst Schläge bekommen, weil sie zu lange auf ei¬ 
nem Spandauer Markt ausgeblieben sey. Ihr Mann sey 
indeß immer sehr eigen gewesen, und habe es sich zu Ge¬ 
müthe gezogen, daß sie in der Wirthschaft zurückkämen: 
denn sie habe, um ihm nicht sämmtliche Bedürfnisse ihrer 
Oekonomie wissen zu lassen, zuweilen etwas aus der 
Wirthschaft verkauft, um Geld zu erhalten. Etwa 14 
Tage vor dem gegenwärtigen Vorfall habe er einen großen 
Kessel vermißt, den sie für 2 Thlr. 8 gr. versetzt gehabt, 
e 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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