Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

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und kein Nebenumstand, der nur einigermaßen auf die 
Wirklichkeit dieses Verbrechens hindeuten ließe, seinen 
Thatbestand bezeichne. 
Diese Behauptung des Vertheidigers ist aktenwidrig. 
Das Bekenntniß des Inquisiten steht keineswegs allein da, 
sondern ist mit den gesetzlichen Erfordernissen versehen, in¬ 
dem es durch die in der Hauptsache mit der seinigen 
übereinstimmende Aussage der Beraubten unterstützt wird 
und beide sich wechselseitig anerkannt haben. Sogar in 
entfernten Beziehungen ist die Richtigkeit des Geständnis¬ 
ses des Inquisiten dargethan. 
Der Ehemann der Beraubten bekundet, daß er den 
Inquisiten wirklich auf dem Wege nach Potsdam getrof¬ 
fen und denselben aufgefordert habe, seine Ehefrau zu be¬ 
gleiten, und auch sie haben sich gegenseitig rekognoscirt. 
Auch der Umstand, daß er an eben dem Tage, da er die 
nach Potsdam begleitete, zu dem Waisenhaus¬ 
Beraubte 
ging und einen Taufschein für die Elisabeth 
prediger 
Charlotte Hansen verlangte, ist nachgewiesen, der Tauf¬ 
schein wirklich ausgefertigt und zu den Akten genommen 
worden. 
Die Stadtgerichte erkannten demnach: 
daß Inquisit mit Staupenschlag und lebenswieri¬ 
ger Festungsarbeit zu bestrafen sey. 
Der Inquisit wandte gegen dieses Erkenntniß das 
Rechtsmittel der weitern Vertheidigung ein. Der Ober¬ 
Appellationssenat des Kammergerichts hat aber das erste 
Erkenntniß lediglich bestätigt. 
oge 
Stastsblblothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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