Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

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Nachtheil an ihrer Gesundheit weder erlitten hat, noch 
ausgemittelt ist,- daß ihr Leben blos durch besondere Zu¬ 
fälle gerettet worden. 
Die Beschädigte versichert zwar, daß die erlittene 
Mißhandlung ihrer Gesundheit sehr nachtheilig geworden 
sey, indem sie eine ausnehmende Schwäche und ein star¬ 
kes Reißen in allen ihren Gliedern verspüre. Man kann 
aber auf diese Angabe keine Rücksicht nehmen, weil ihr 
das Gutachten des Stadtphysikus entgegensteht. Dieser 
erklärt, daß er den Zustand der Beraubten untersucht, 
daß er aber keinen Nachtheil für ihre Gesundheit bemerkt 
und sie keine Verletzung erlitten habe, die noch in der 
Folge von Bedeutung seyn könnte. 
Auch über die zweite Frage: 
ob die an der Wittwe Sachs verübte Mißhand¬ 
lung an sich tödtlich war, ihr Leben aber 
durch besondere Umstände und Zufälle gerettet 
worden? 
hat 
der Stadtphysikus sein Gutachten abgegeben. 
Er 
darin: 
sagt 
Die erste Anlegung des Sricks sey unstreitig von der 
Beschaffenheit gewesen, daß sie den Tod der Beraub¬ 
ten bewirkt haben würde, wenn nicht bald eine Lüftung 
des Stricks Statt gefunden hätte; was aber den Zu¬ 
stand betrifft, worin sie von der Mertin gefunden 
worden; so sey zwar zu vermuthen, daß die Beschä¬ 
digte an der angehenden Erstickung das Leben verlo¬ 
reu haben würde; dies könne aber nicht mit Gewi߬ 
heit behauptet werden, da es auch nicht wahrschein¬ 
lich, wenigstens nicht unmöglich sey, daß ihr Leben 
auch ohne die Dazwischenkunft der verehl. Mertin 
dadurch hätte geretten werden können, daß sie selbst 
im Stande gewesen, sich nach der Hausthüre zu 
e 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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