Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

die Verordnung vom 26sten Febr. 1799 von dem Falle 
ganz, wie der gestraft werden soll, welcher sich eines wie¬ 
derholten Raubes ohne vorgängige Bestrafung schuldig ge¬ 
macht hat und denn bestimmt sie die Strafe des ersten 
Raubs nur in so fern, tals das Landrecht in dem eintre¬ 
tenden Falle keine härtere Strafe festsetzt. 
§. 23. 
Das Landrecht unterscheidet Raub und Straßenraub. 
Jenen beging nach den gesetzlichen Erklärungen dieses 
Verbrechen 
P. II. Tit. 20. §. 1187. 1197. 
der Inquisit bei der Wittwe Sachs, diesen an der vereh¬ 
lichten Pietag und verübte an beide Mißhandlungen und 
Gewaltthätigkeiten. 
Es wird daher nun auf die Entscheidung der Frage 
ankommen: 
welches von beiden Verbrechen, der Raub oder 
der Straßenraub in casu concretô die härte¬ 
re Strafe nach sich ziehe und welche Gesetz¬ 
stelle in Anwendung kommen müsse? 
Nach dem §. 1190 1. c. hat der Räuber funfzehn¬ 
jährige bis lebenswierige Festungsstrafe nebst Willkommen 
und Abschied verwirkt, wenn dem Beraubten durch die er¬ 
littenen Mißhandlungen eine erhebliche Verstümmelung 
oder ein bleibender Nachtheil an seiner Gesundheit zuge¬ 
fügt worden, und nach §. 1192 1. c. soll der Räuber 
mit dem Schwerdte gerichtet werden, wenn die verübte 
Mißhandlung an sich tödtlich war, das Leben des Be¬ 
raubten aber durch besondere Umstände oder Zufälle noch 
erhalten worden ist. 
Beide Gesetzstellen können auf den Inquisiten nicht 
angewandt werden, weil die Sachs durch die erlittene 
Mißhandlung eine Verstümmelung oder einen bleibenden 
e 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlir
	        
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