Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

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quisiten auf der Landstraße nach Potsdam zu begegnete 
und ihn einladete, seine Frau dahin zu begleiten, und 
der Wittwe Prenzing, zu welcher er in der Absicht, sie 
zu berauben, unmittelbar vorher ging, ehe er sich zu der 
Sachs begab. 
Ferner kam die Ehefrau des Gärtner Mertin, ihrer 
Aussage nach, am 22sten Januar, Nachmittags zwischen 
2 und 3 Uhr vor dem Hause der Wittwe Sachs vorbei 
und sah sie von der Straße aus neben der Stubenthür 
in einem bejammernswürdigen Zustande stehen. Ihr Hals 
war mit einem Strick fest zugeschnürt, das Blut floß aus 
beiden Winkeln des Mundes; ihr Gesicht war blau und 
aufgeschwollen. Die Mertin rief die im Hause wohnenden 
Bäcker Wincklerschen Eheleute und die unverehelichte Lem¬ 
ke herbei; sie lüfteten der Sachs den Strick und sahen, 
daß die in der Stube und in der Kammer stehenden 
Schränke geöffnet waren, und diese vier Zeugen haben 
ihre Aussagen eidlich erhärtet. 
Der Inquisit und die beiden beraubten Frauen haben 
sich wechselseitig erkannt; die der Sachs entwendeten sil¬ 
bernen Löffel sind bei ihm noch vorgefunden worden: er 
hat sie für die geraubten, so wie den ihm ebenfalls ge¬ 
wiesenen Strick und das Messer für eben die Instrumen¬ 
te rekognoscirt, womit er die Plenzinger oder Sachs hat 
morden wollen. 
Durch das hiernach rechtsgültige Bekenntniß des 
Inquisiten ist das Verbrechen dahin völlig festgestellt, 
daß er sich eines wiederholten Raubes und dabei 
verübter Gewaltthätigkeiten schuldig gemacht 
habe. 
Die Strafe, die der Inquisik verwirkt hat, muß aus 
einem zwiefachen Grunde nach den Vorschriften des All¬ 
Einmal schweigt 
gemeinen Landrechts bestimmt werden. 
. 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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