Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

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me an den Neumann zu zahlen gehabt habe, worau 
Robrahn erwiedert: 
„Dies ist eine verfluchte Geschichte; ich sollte ei¬ 
gentlich dem Kerl 1000 Thlr. bezahlen, habe 
ihn aber mit 500 Thlr. abgefunden, und dies ist 
der Ueberrest. 
Auf seine fernere Frage, aus welchem Grunde er 
denn dieses Geld hätte zahlen müssen, habe Robrahn ge¬ 
antwortet: 
„es ist noch von dem verfluchten Schiff Doro¬ 
thea Carolina," 
und auf weiteres Eindringen, die nähern Umstände zu 
wissen, habe er ihn mit den Worten abgefertigt: 
„von geschehenen Dingen spricht man nicht 
gerne" 
Diese Unterredung, sagt Inkulpat, die wohl noch 
etwas ausgedehnter gewesen seyn könne, wovon er sich 
jedoch die nähern Umstände nicht mehr erinnere, hätte 
bei ihm den Verdacht erregt, daß der Kaufmann Rob¬ 
rahn jun. mit diesem Steuermann Neumann wohl die 
Verabredung getroffen haben könne, das Schiff Dorothea 
Carolina auf der Reise von Stettin nach Petersburg leck 
werden und dadurch verunglücken zu lassen. Robrahn be¬ 
streitet jedoch sowohl, daß er dem Inkulpaten einen Auf¬ 
trag gegeben habe, für ihn an den Neumann Geld zu 
zahlen, als auch, daß die behauptete Unterredung vorge¬ 
fallen sey und von dem Inkulpaten ist darüber kein Be¬ 
weis geführt worden. Es bleiben mithin die vorhin an¬ 
gegebenen Verdachtsgründe unwiderlegt. Wenn man nun 
aber auf der andern Seite in Erwägung zieht, daß die 
Verunglückung des Schiffs eben so gut auf die von dem 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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