Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

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b) Gesteht Inkulpat aber auch ein, daß ihm die Ge¬ 
brüdere Robrahn Anträge zur Wegsetzung des Schiffs 
gemacht hätten und die Art, wie er diese Anträge 
von sich abgelehnt haben will, beweist eben keine 
Mißbilligung derselben überhaupt. Er will ihnen nur 
vorgestellt haben, daß ein solches Unternehmen be¬ 
denklich sey, indem das Schiffsvolk und der Steuer¬ 
mann darum wissen müßten, — daß ferner die Sa¬ 
che leicht entdeckt werden könne und alsdann große 
Gefahr zu besorgen sey. Wäre also das Unterneh¬ 
men mit wenigern Schwierigkeiten und mit weniger 
Gefahr verbünden gewesen: so würde sich Jukulpat 
wohl dazu verstanden haben, und es war nicht das 
Unerlaubte des Plans, welches den Inkulpaten ab¬ 
hielt, seine Einwilligung dazu zu ertheilen. Auch 
setzte er nach diesen Anträgen seine Verbindung mit 
den Coinkulpaten fort, ob er gleich von den betrüge¬ 
rischen Absichten derselben vollkommen unterrichtet 
war. Der rechtliche Mann würde den Vorschlag 
mit Unwillen verworfen und sobald als möglich eine 
Verbindung mit Menschen aufgehoben haben, die der 
gröbsten Betrügereien fähig sind. 
Diese Gründe reichen völlig hin, um den Inkul¬ 
ten der vorsätzlichen Wegschaffung des Schiffs Dorothea 
Caroline für so verdächtig zu halten, daß er deshalb nur 
vorläufig freizusprechen. Er sucht diesen Verdacht durch 
die Behauptung zu schwächen, daß er nach dem Verlust 
des Schiffes auf die Anweisung der beiden Robrahn dem 
Steuermann Neumann, welcher auf dem gestrandeten 
Schiffe gewesen, gegen Zurückgabe eines Wechsels des 
Robrahn jun. zwei bis dreihundert Thaler habe auszah¬ 
len müssen. Er habe in der Folge den Robrahn ge¬ 
fragt, wie es zugehe, daß er eine so ansehnliche Sum¬ 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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