Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

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es mit Stückgütern nach Petersburg gehen sollen. 
Die 
Gebrüdere Robrahn hätten darin das meiste verladen; es 
wären jedoch außer ihnen noch mehrere Ladungsinteressen¬ 
ten gewesen. Nach eingenommener Ladung sey er von 
Stettin abgefahren und als er von Swienemünde aus ei¬ 
nige Tage in See gewesen sey und seine Reise bis zwi¬ 
schen Bornholm und Gothland fortgesetzt gehabt habe, 
habe er gegen Abend bei starkem Winde gemerkt, daß die 
Matrosen, welche gepumpt, das Wasser nicht aus dem 
Schiffe hätten schaffen können. Trotz alles Pumpens ha¬ 
be das Wasser zugenommen und es sey endlich das Hin¬ 
tertheil des Schiffs so tief gesunken, daß das Wasser zu 
den Cajütenfenstern eingedrungen sey, wogegen der vor¬ 
dere Theil desselben durch die darin geladenen Sachen in 
die Höhe gehoben worden. Sie hätten daher von der 
hinten liegenden Ladung vieles über Bord geworfen und 
zu dem Ende den Cajütenkeller in Stücken gehauen. Da¬ 
durch sey bewirkt worden, daß das Schiff sich hinten wie¬ 
der gehoben habe, vorne sey es aber bald wieder gesun¬ 
ken. Die ganze Nacht hätten sie in Lebensgefahr auf der 
offenen See zugebracht. Am audern Morgen, nachdem 
er lange Zeit, um Hülfe zu erhalten, mit der Flagge 
signalisirt habe, sey er genöthigt gewesen, zu seiner und 
der Mannschaft Rettung, das Schiff auf den Strand zu 
setzen. Die Mannschaft sey dadurch gerettet worden und 
verschiedenes von der Ladung geborgen. Die Verklarung 
darüber sey in Callmar aufgenommen worden. Er sey 
an diesem Verlust ganz unschuldig. Zwar hätten ihm die 
Gebrüdere Robrahu, bald zusammen, bald einzeln den 
Antrag gemacht, das Schiff wegzusetzen, um dadurch et¬ 
was zu verdienen; allein er habe solchen nie angenom¬ 
men, sondern entweder ganz gleichgültig darauf geantwor¬ 
tet, oder sein Bedenken darüber vorgestellt, daß Schiffs¬ 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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