Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

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X. 
Der Schiffer Christian Spann, 40 Jahr alt und 
aus Kaseburg auf der Insel Usedom gebürtig, wird nicht 
allein der Wegsetzung des Schiffs Dorothea Carolina im 
Jahr 1794., sondern auch der Wegsetzung des Schiffs 
Maria Louisa im Jahr 1790. beschuldigt. Er ist nach 
Beendigung der gegen ihn geführten Untersuchung schrift¬ 
lich vertheidigt worden und trug sein Defensor auf völlige 
Lossprechung an, worauf auch die Regierung in Stettin 
erkannt hat. 
Was die Sache selbst betrifft, so hat 
1) der Kaufmann Robrahn der Aeltere behauptet: es 
sey zwischen ihm, seinem Bruder und dem Inkulpaten ver¬ 
abredet worden, daß das Schiff auf der Reise von Stet¬ 
tin nach Petersburg oder Riga weggesetzt werden solle. 
Robrahn jun. stimmt damit überein. Es sollte Inkulpat 
sogar zuerst den Antrag gemacht haben, gemeinschaftlich 
ein Schiff zu kaufen, und solches, um auf eine unerlaub¬ 
te Weise etwas zu verdienen, auf der ersten Reise wegzu¬ 
setzen, 
wozu er sich auch sogleich erboten haben soll. 
Inkulpat leugnet das Faktum. Er giebt an, die 
Gebrüdere Robrahn hätten ihm den Antrag gemacht, ei¬ 
nen Iheil eines ihnen zugehörigen Schiffes Dorothea Ca¬ 
rolina, welches gerade in Stettin in Ladung auf Ham¬ 
burg gelegen, zu kaufen. Nach einiger Verhandlung wä¬ 
ren sie auch einig geworden, daß er 1 Part für 700 
Thlr. gekauft und mit dem Schiff die Reise nach Ham¬ 
burg unternommen habe. Diese Reise sey glücklich von 
Statten gegangen. Im Winter 1793 bis 1794 sey das 
Schiff in Stettin geblieben und im Frühjahr 1794 habe 
Vonage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin 
eur
	        
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