Full text: Juristische Miscellen besonders das preußische Recht betreffend (St. 2 (1804))

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Wer das Verbrechen auf die §. 80. 81. vorgeschrie¬ 
bene Art zu hindern unterläßt, ist, wenn er einer 
zuverlässigen Wissenschaft des vorhabenden Verbre¬ 
chens überführt werden kann, nicht nur zum Scha¬ 
densersatz verbunden, sondern er muß auch, nach 
Verhältniß seiner Bosheit oder Fahrlässigkeit bestraft 
werden. 
§. 82. 1. c. 
Den Inkulpaten in Absicht der gegen ihn gemachten 
Beschuldigung ab instantia zu absolviren, läßt sich also 
nicht rechtfertigen: denn er hat das qualifizirte Geständ¬ 
niß einer Wissenschaft von einem auszuführenden Verbre¬ 
chen gegen sich. Es ist zwar dieses Geständniß nachher 
widerrufen worden, allein ohne rechtlichen Gruud, indem 
das Beschwerliche eines engen Gefängnisses, dem Jukul¬ 
pat durch seine Aussage hat entgehen wollen, für einen 
Rechtfertigungsgrund des Widerrufs nicht angesehen wer¬ 
den kann. 
Außerdem ist nun 
2) Inkulpat dringend verdächtig, die Vernichtung 
des Schiffs mit dem Kaufmann Schön verabredet zu ha¬ 
ben. Es läßt sich zuvörderst gar nicht gedenken, daß die 
Inkulpaten Keibel, Schafft und Plätsch einen Betrug die¬ 
ser Art unternommen haben sollten, ohne davon überzeugt 
gewesen zu seyn, daß der Schiffer das Schiff wegsetzen, 
oder doch bei einer blotzen Haverei die verladenen falschen 
Tuchballen werfen würde. Auf diesem Einverständnisse 
mit dem Schiffer beruhete nicht allein die ganze Hofnung 
des unerlaubten Gewinnes, sondern auch die Sicherheit 
vor der Entdeckung des Plans. Wurde das Schiff glück¬ 
lich bis zum Ort seiner Bestimmung geführt, so ging die 
Hoffnung des Gewinnes verloren, und die Eristenz der 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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