Full text: Bibliothek für positive Rechtswissenschaft und Diplomatik (Bd. 1, St. 3 (1799))

318 | VIII. Lang, Weber und Jacobi 
tigkeit, selbst in practischer Hinsicht. Sind sie erst in 
neueren Zeiten aufgekommen, bloß um ihren Landes- 
herren gewisse Geldbeyträge zu bewilligen, so ist ohne 
Zweifel ihr Einfluß weit unbedeutender, als wenn sie 
schon in den ersten Zeiten der Landeshoheit in den mei¬ 
sten wichtigen Landessachen mit ihrer Einwilligung 
oder wenigstens mit ihrem Rathe zu concurriren be¬ 
rechtiget waren. 
Der Verf. von Nr. 1. führt zuförderst verschiedene 
Systeme über den Ursprung der Landstände an — das 
Püttersche, das Häberlinische, das Moserische 
das Possesche und das Möser=Kluitsche, wovon 
das erstere den Landständen gleiches Alter mit der Lan= 
deshoheit, das zweyte ein weit höheres Alter giebt; 
das dritte den Ursprung derselben in das 15te Jahr= 
hundert setzt, jedoch mit Ausnahme einiger größeren 
Länder, wo die Landstände weit älter seyn sollen; das 
vierte zwar die ehemahligen Ministerialen rc. als Land¬ 
stände betrachtet, aber annimmt, daß diese in Abgang 
gekommen und die jetzigen Landstände erst im 15ten und 
16ten Jahrhundert an ihre Stelle getreten seyen; das 
fünfte endlich geradezn behauptet, alle heutige Land¬ 
schaften hätten sich erst im 15ten Jahrhundert gebildet. 
Diesem tritt Herr Lang bey. Auch Recensent, wenn 
er unter dem hier gebrauchten Ausdrucke: bilden 
die Ausbildung der gegenwärtigen Verfassung der teut¬ 
schen Landstände verstehen darf. Dessen ungeachtet 
glaubt 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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