Full text: Bibliothek für positive Rechtswissenschaft und Diplomatik (Bd. 1, St. 3 (1799))

über das Alter der teutsch. Landstände. 317 
und wie viel mühsamer mußte es ihm nicht werden, 
wenn er denselben Dienst einer merkwürdigen That¬ 
sache, z. E. einer wichtigen Veränderung in der Ver= 
fassung erweisen wollte? Man hat solche Beyspiele 
teutscher Geschichtschreiber, die ihre Epochen so genau 
bestimmten, als wenn gerade in dem angegebenen 
Jahre das, was in der That Epoche macht, mit ei¬ 
nem Mahle aus der gährenden Masse sich erhoben 
hätte. Davon ist man jetzt Gottlob! zurückgekom¬ 
men. Aber gar zu leicht kann man diesen Fehler mit 
einem anderen vertauschen. Wenn in älteren Zeiten 
nicht alles völlig so da stund, wie man es jetzt vor 
Augen sieht; so ist man geneigt, anzunehmen, es sey 
gar nicht da gewesen. Man verwechselt den ersten 
Ursprung mit der allmähligen Ausbildung und diese 
mit der gänzlichen Vollendung. In der Geschichte 
der älteren Constitutionen ist man freylich nicht so 
glücklich, Jahr und Tag wichtiger Veränderungen 
angeben zu können, wie man in der neueren Geschichte 
die denkwürdigen Tage z. E. vom 10. Aug. und 21. 
Sept. (1792.) oder vom 6. Fructidor (3) oder vom 
18. Fructidor (5) mit völliger Bestimmtheit anzeigen 
kann. Allein die älteren Constitutionen sind auch 
nicht gemacht, sondern nur nach und nach geworden, 
wie sie sind. 
Jn der Geschichte der teutschen Constitution ist der 
Ursprung der Landstände allerdings von großer Wich¬ 
X 
tigkeit, 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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