Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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des Handelnden, nach Verschiedenheit der Pflich= 
ten, die er noch sonst auf sich hat u. s. w. ganz 
in das Unendliche motificirt, so daß vielleicht 
nicht ein Fall dem andern in dem Grade der 
Strafbarkeit völlig gleich ist. Zwischen dem 
gröbsten und dem kleinsten Versehen liegt eine 
unübersehbare und unergründliche Stufenfolge 
von Graden mitten inne, von welchen immer 
einer in den andern in unmerklichen Uebergän¬ 
gen sich verliert. Diese Gradationen zu er¬ 
schöpfen, dazu reicht weder das umfassendste 
Genie eines Gesetzgebers, noch der kleinlichste 
Scharfsinn eines Richters zu. Jener kann da¬ 
her um das Urtheil des letzten zu leiten und zu 
beschränken, nur die auffallendsten Abstufungen 
hervorheben und, indem er die Männigfaltig¬ 
keit einzelner Modificationen unter Zauptge¬ 
sichtspunkten vereinigt, die Grade der Culpa 
in größeren Massen dem beschränkten Auge des 
menschlichen Verstandes fixiren. Für diesen 
Zweck wird es nun das einzig taugliche Mittel 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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