Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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humane Strenge, um die Humanität in der 
Bestrafung von Schwäche, von mitleidiger 
Nachsicht gegen die Verbrecher, von schonen= 
der weichlicher Begünstigung der Missethaten 
zu unterscheiden. Die Strafe soll ein abschre= 
ckender Bewegunsgrund seyn, sie muß daher 
wirkliche fühlbare Uebel zum Jnhalt haben 
sie muß ihrer Intensität nach stark genug 
seyn, um den Begierden, die zur That an= 
treiben, das Gleichgewicht halten zu können, 
um alle Annehmlichkeiten und Vortheile, die 
sich in den Momenten unglücklich erwachter 
Begierden der Seele des werdenden Verbre= 
chers vorspiegeln, zu überwiegen. Ein Uebel, 
das als Strafe zweckmäßig wirken soll, muß 
von der Größe seyn, daß der Regel nach, die 
bloße Gefahr der künftigen Erduldung derselben 
in der Vorstellung und dem Gefühl stärker wirke, 
als die Vorstellung des von dem Verbrechen 
erwarteten noch so großen Genusses oder 
Vortheils. — Mit der Größe des Verbrechens 
Max-Planck-Institut für
	        
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