Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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Er billigt blos Ruthenstreiche auf den 
entblößten Rücken; läßt aber in ausserordent¬ 
lichen Fällen auch Stockschläge zu, „wenn ein 
„besonderer Grund eintritt, Ruthenstreiche 
„in Stockschläge zu verwandeln (§. 144)." 
Es ist sehr anzurathen, daß ein Gesetz= 
buch nur eine Art körperlicher Züchtigung 
und ins besondere nur Ruthenstreiche aufneh¬ 
me. Ruthenstreiche vereinigen alle Vorzüge 
körperlicher Strafen. Sie sind eine sehr 
schmerzhafte, und durchdringende Strafe | | 
sie sind auch zugleich unter allen am wenig= 
sten der Gesundheit gefährlich. Stockschläge 
sind schmerzhafter, durchschüttern den ganzen 
Körper und sind eben darum viel leichter der 
Gesundheit nachtheilig. Neben den Ruthen¬ 
streichen noch Stockschläge einführen, ist zweck¬ 
los und zweckwidrig. Mit jenen reicht man 
völlig aus, da sie sich sehr leicht abstufen 
und nach den besondern Graden der Straf¬ 
barkeit des Verbrechens modificiren lassen. 
Votage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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