Full text: Bibliothek für die peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzkunde (Th. 3 = St. 1 (1804))

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linder, als der angegebene zweite, weil dem 
Verbrecher die Arbeit nicht als Last, sondern 
Erhohlung von dem Leiden der Einsamkeit 
zugelassen ist. — Warum sollte man in dem 
Strafsystem nur den letzten Grad anneh= 
men? 
Aus der Natur der Gefängnißstrafe er¬ 
geben sich folgende Hauptrücksichten: 
1) Sie werde nie auf Lebenszeit erkannt: 
denn diese enthält eine zwecklose Grausam¬ 
keit. 
2) Sie werde nie über vier Jahre erkannt. 
Eine zu lange Einsamkeit führt zur Stumpf¬ 
heit oder zur Verzweiflung und wenn sie gar 
mit Geschäftslosigkeit verbunden ist, so ent¬ 
wöhnt sie von der Arbeit selbst; erzeugt Ar¬ 
beitsscheue und Trägheit. Das Gefängniß 
ohne alle Arbeit darf daher nicht einmal auf 
4 Jahre, sondern höchstens auf 1 Jahr zu= 
gelassen werden. 
Vorage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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