fullscreen : Willdenow, Karl Ludwig: Grundriss der Kräuterkunde

V.  Phyfiologie.
329
fels  Gemeinschaft.  So  zeigen  sich  alle
Theile
bey  einer  Blume,  die  sich  eben  eröffnet.
264.
Wenn  die  Staubbeutel  platzen,  den  Blumenstaub ¬
  von  sich  lassen,  und  die  Narbe  des  Stem
pels  mit  einer  Feuchtigkeit  bedeckt  ist,  dies  ist
die  Periode,  wo  Gewächse  zur  Begattung  fähig
sind.  Diese  geschieht  nun  auf  verschiedene  Art.
Die  meisten  Gewächse  haben  Zwitterblumen,
und  aus  dieser  Ursache  scheint  es,  dass  bey  ihnen ¬
  die  Begattung  ohne  viele  Schwierigkeiten  vor
sich  gehn  könnte.  Verschiedene  Zwitterblumen
begatten  sich  auch  würklich  auf  eine  sehr  einfache
Art:  ein  Staubgefass  nach  dem  andern,  sobald
es  zu  seiner  Reife  gediehen  ist,  legt  sich  auf
den  Stempel,  und  streut  seinen  befruchtenden
Staub  über  demselben  aus,  der  auch  von  der
feuchten  Narbe  begierig  angezogen  wird.  Dies
kann  aber  nur  bey  solchen  Blumen  geschehn,  wo
der  Stempel  kürzer  als  die  Staubgefasse  ist;  zeigt
lich  dieser  aber  länger,  so  hängt  gewöhnlich  die
Blume,  weil  der  nach  unten  fallende  Saamenstaub ¬
  von  der  Narbe  um  so  eher  kann  aufgefangen ¬
  werden.  Steht  aber  eine  Blume,  deren  Stempel ¬
  länger  als  die  Staubgéfässe  ist,  aufrecht,  so
neigt  sich  entweder  die  Narbel  nach  unten,  oder
die  Staubbeutel  springen  elastisch  auf,  und  schleu
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