Metadaten : Staats-Archiv (Bd. 11 = H. 41/44 (1804))

X.  Beweggründe  zur  Resian.  d.  F.  v.  W.  Neuwied.  461
habe  vielleicht  6000  Rthlr.  jährlich  zu  meiner  Disposition
und  Unterhalt,  stehe  also  besser.
2)  Bei  dem  Revers  ist  beständige  Angst,  auch  Gefahr,
Schulden  zu  machen,  wie  leicht  geschiehet  solches,  welche
Umstände  bringen  es  öfters  mit  sich.
3)  Durch  Abdicirung  cessirt  Revers,  eine  große  genante
Last  vom  Halse,  nebst  Garantie.
4)  Völlige  Scheidung,  Freiheit,  wieder  zu  heirathen.
5)  Besorgniß  wegen  nicht  forst-  und  reversmäßiger
Behandlung  der  Waldung  cessirt.
6)  Besorgniß  wegen  reverswidriger  Beleidigung  der
Fürstin  cessirt.
7)  Sohn  August  verlangt  2000  Rthlr.  Fürstin  treibt
auf  Zahlungen  vor  andere  Söhne.
8)  Beständige  Verfolgung,  Anfeindung,  Verspottung
ganz  Teutschland,  durch  Frankreich  rc.  durch  meine
durch
Gegner  cessirt.
9)  Widersetzlichkeit  der  Unterthanen,  sogar  in  Justizsachen, -
  Abneigung,  Prätensionen,  cessirt.
10)  Dem  Labyrinth  der  Landesvergleiche  40tziger,
auch  Schenkische  wird  entgangen.
11)  Viel  Arbeit,  was  habe  ich  davon,  Ende  Jahrs
bleibt  nichts  übrig  zu  meiner  Disposition,  habe  nichts  als  Unterhalt -
  und  Bedienung  davon,  viel  Ueberlauf,  Gebettel,  Geplage, -
  Unruhe,  Verdruß,  Verfolgung,  Verspottung,  wenn  ein
Diener  sich  übel  gegen  mich  beträgt,  und  ich  ihn  strafen,  oder
zum  Gehorsam  bringen  will,  so  bindet  mir  das  Kammergericht
die  Hände,  cassirt  mein  Verfahren,  nimmt  ihn  in  Schutz.
12)  Ich  sehe  keine  Aussicht  zur  Finanzverbesserung,  zur
Vermehrung  der  Einkünfte  (als  etwa  im  Friedensschlusse,
welches  sehr  zweifelhaft  ist).  Also  stets  Geldmangel.  Oder
meine  halbe  Dienerschaft  reduciren,  alsdann  aber  ein  Geplage.
Manche  kann  ich  nicht  reduciren,  als  Hachenberg,  Möllmann, -
  Scholl  rc.
Voege
Staatsbibliothe
Max-Planck-Institut  für
zu  Berlin
            
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