Staats-Archiv.
Zwey und vierzigstes Heft.
Grundzüge einer zweckmäßigen Armenpflege in der
Stadt Goslar.*)
An den Magistrat zu Goslar.
Aus den von Unterzeichnetem nunmehro über die verschiedenen -
milden Stifftungen, derselben bisherige Verfassung -
und Verhältnisse beendigten Untersuchungen ergiebt -
sich das beruhigende Resultat, daß es Goslar nicht
an von der Milde der Vorfahren hinterlassenen Fonds
fehle, welche zu ihrer ursprünglichen Bestimmung verwendet, -
wo nicht ganz, doch ziemlich hinreichen werden, um
der wahren Dürftigkeit eine angemessene Hülfe zu
*) Nirgends fanden sich vielleicht so viele wohlthätige Anstalten -
zur Verpflegung dürftiger und nothleidender Personen,
als in den ehemaligen geistlichen Ländern Teutschlands und
dessen gewesenen Reichsstädten, und doch traf man fast
nirgends so viele Straßen=Bettler, als eben in den geistlichen -
Ländern und Reichsstädten. Der Grund davon lag,
theils in einer oft fehlerhaften Administration jener Anstalten, -
so daß die Verwalter gewöhnlich den grösten Vortheil
von denselben hatten, und daß die Wohlthaten selbst nicht
immer den wahrhaft Dürftigen zu Theil wurden, theils
aber auch darin, daß man nicht darauf dachte, die Jugend -
zur Arbeit und Ordnung zu gewöhnen, und den, der
arbeiten wollte, in den Stand zu setzen, daß er arbeiten
Staats=Archiv, Heft 42.
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