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Staats=Archiv V. 20.
eine Zeitlang von den glänzenden Aussenseiten der französischen -
Umkehrungen hingerissen — die Edelsten des Volks
wünschten sie aus Gutmüthigkeit herbey, um drückende
Mängel verbessert zu sehen — andere sahen mit Neid auf
die Vorzüge, welche verschiedenen Individuen zu Theil gefallen -
waren, und die Menge stimmte laut in die Klagen
über Geistlichkeit und Adel. — Der Zunder war in manchem -
Gebrechen (dem Loose einer jeden menschlichen Einrichtung) -
in reicher Menge vorhanden, und am Winde
fehlte es nicht, um damals in jeder Provinz Teutschlands,
und auch in Hildesheim, das Feuer einer gefährlichen Insurrection -
in lichte Flammen zu setzen.
Ich weiß wohl, daß Schmeichler der Großen und
leere Köpfe es sich jetzt zum Geschäfte gemacht haben, das
Gefährliche jener Periode zu verkennen; welcher Beobachter
erinnert sich aber nicht der vielen bleichen Gesichter und des
Zitterns derjenigen, welche sich als die ersten Opfer des
damals zur Tagesordnung gezählten fürchterlichen Erwachens -
des Volks betrachten konnten?
Auch im Bisthum Hildesheim war die Zeit dahin,
wo der Landmann nichts mehr kannte, als seinen Katechismus, -
Gesang= und Gebetbuch; er hatte schon angefangen,
Zeitungen zu lesen, ihm blieben die Reden der Freyheitsund -
Gleichheitsprediger nicht mehr verborgen; und, daß
sie tiefen Eindruck machten, wer könnte so sehr Neuling
seyn, um dieses zu läugnen! Genug, die Unzufriedenheit
stieg von Tage zu Tage, und ob sie gegründet war, darüber -
haben der hochselige Fürst Friedrich Wilhelm,
einzelne Mitglieder aus allen landständischen Corporibus,
und ganze ständische Corpora mit samt dem Landsyndicus
Crome, sich auf eine solche Art herausgelassen, daß sie
Grausen und Entsetzen in jedem partheylosen Leser hervororge -
Staatsbibliothek
Max-Planck-Institut für
zu Berlin