Full text: Annalen des teutschen Reichs (H. 2 (1793))

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aus (70). XVII) Erbschaftsstreit des Frey¬ 
herrn von Clodt mit dem Grafen von Nes¬ 
selrodt. Es ist nicht wohl eines Auszuges fähig. 
Ueberhaupt scheint der Fall nicht unter die gar wich¬ 
tigen zu gehören, ob er wohl als Privatstreitigkeit im¬ 
mer Aufmerksamkeit verdienet. XVIII) Kurzes Be= 
denken über den Hannöverschen Allianz¬ 
Traktat von 1725. Vermuthlich aus der Feder 
eines Reichshofraths. Der, der weiß, welchen Ein¬ 
druck, dieser damals errichtete Allianztraktat auf den 
Kaiserlichen Hof gemacht hat, der wird sich nicht wun¬ 
dern, daß hier alles zusammengehaͤufet worden, was 
nur Gehässiges erdacht werden mögen. Der Traktat 
erhielt sich auch nicht gar lange in seiner eingegangenen 
Konsistenz. Friedrich Wilhelm der Erste trae 
bald davon ab. Der schlaue Seckendorf (71 
brach¬ 
(70) Wir sind nicht von dem ganzen Vorgange genau unterrichtet, 
nur so viel ist uns bekannt, daß dieser Mann von einem sehr 
ansehnlichen Teutschen Herzoglichen Hofe zu seinem Subdele= 
gatus, bey der 1767 einrückenden Visitation bestimmet war. 
Die Vorwürfe die man ihm höhern Orts machte, brachten 
ihn so weit, wie wir uns erinnern, daß er selbst nicht nur 
jene Stelle sich verbath, sondern auch die Dienste des Hofes, 
in welche er erst als Kanzleydirektor zugleich getreten war, 
verließ. Der zu seinem Nachfolger zu Wetzlar nachher be¬ 
stimmte, bereits 1781 verstorbene, vorher völlig unbekannte 
Mann, hat zwar denen Kameralen nicht so viel Verdruß ge¬ 
macht, und den Visitations=Konseß nicht so viele Früchte seiner 
Arbeitsamkeit geliefert, als ein, schon in Wetzlar verstorbe, 
ner Reuter und ein noch lebender Falke gethan haben und 
von einem Schmidt vielleicht vermuthet werden konnte; al¬ 
lein sein Nahme soll noch in dortigen Gegend — bey allen 
Weinhändlern — in dem gesegnetsten Andenken stehen. 
(71) Schlau war dieser 1763 im 90sten Jahre seines Alters 
vollendete Staatsmann und General gewiß, und erlaubte 
zur Erreichung seines Endzwecks sich mannichmal Mittel, 
welche eine strenge Moral verbannt. Ueber seinen ganzen 
Werth ist man noch nicht einig. Jn seiner kürzlich heraus= 
ge= 
Voage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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