Full text: Annalen des teutschen Reichs (H. 1 (1793))

Wünschen und auf das Beste des Ganzen abzielenden 
Ermahnungen schuldig zu seyn, selbst fühlen müssen, 
und wenn auch der Kaiser Seinen Wurkungskreiß nicht 
über die bezeichneten Gränzen ausdehnen, die denen 
Staͤnden zukommende nicht beengen will, wenn Er nie 
vergißt, daß allgemeines Vertrauen Ihn zum Schutzgeist 
teutscher religiöser und politischer Freyheit erkohren 
habe. Diese Staatsverfassung Teutschlands, die nun 
so viele Zeit sich unter allen Stürmen erhalten, die durch 
jeden Druck — die Geschichte belehret uns davon- 
der sie zu zertruͤmmern drohete, so zu reden, noch mehr 
befestiget und begründet worden ist, leidet in der gegenwär= 
tigen Lage des Reichs, in wesentlichen Puncten, keine 
schnellere und wirksamere Betreibung der Geschaͤfte des 
Reichstages, als diejenige, welche Gesetze und Ob¬ 
servanz vorgeschrieben haben. Komitial-Gesandte mit 
unbegränzten Vollmachten, mit einer solchen Instruk¬ 
tion zu versehen, als iener General-Gouverneur von 
Pommern 2) von seinem Könige in vollem Vertrauen auf 
die dem Vaterlande längst bewährte Treue erhielt, 
oder eine solche allgemeine Anweisung zu ertheilen, als 
weiland Kardinal Mazarin sich, bey Schließung des 
Pyrenäischen Friedens, selbst auszufertigen für gut fand, 
ist nicht nur schon an sich unthunlich, sondern den aller¬ 
größesten Bedenklichkeiten unterworfen — Bedenklich¬ 
keiten von einer solchen Kraft, welche die mit denselben 
ver¬ 
A 2 
2) Die von Stockholm aus nach Pommern gesandten General¬ 
Gouverneurs erhielten eine Foliantenmäßige Instruktion 
über alles was sie thun und nicht thun sollten; als Gustav 
der Dritte den Fürsten Friedrich Wilhelm von 
Hessenstein diese Stelle anvertrauete, so bestand die 
ganze Instruction aus den Worten: „das Glück mei¬ 
ner Pommerschen Unterthanen." So viel uns 
bekannt ist, so hat der Fürst jenem Vertrauen vollkommen 
entsprochen. 
Vorade 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlir
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer