Full text: Annalen des teutschen Reichs (H. 3 (1793))

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jenige Quelle von Streitigkeiten verstopfet zu sehen, 
welche dem Kurfürsten 1777 einige trübe Stunden 
verursacht hatten. Die Freundschaft mit Preußen 
ist längst wieder hergestellt und eine Vereinigung ge¬ 
troffen, welche dem wesentlichen Vortheil beyder be¬ 
nachbarten ansehnlichen Reichsstaͤnde, so sehr angemes¬ 
sen ist. Auch mit Oesterreich haben die 1787 den 18ten 
October vollzogene Vermählung des Prinzen Anton 
mit der ältesten Tochter Leopolds, der Erzherzogin 
Marie Therese, einer vortrefflichen Fürstin, deren 
hohen Werth keine Feder zu schildern vermag, die es 
ganz vorzuͤglich verdienet, daß ihr Nahme in der schoͤnen 
und glänzenden Reihe der edelsten Personen Ihres Ge¬ 
schlechts genannt wird, und die nachherigen Verbindun¬ 
gen, das alte Band der Verwandtschaft und Freundschaft 
wieder erneuert und fester geknuͤpft. Durch alles dieses 
ist der Staat aufs neue vielfach gesichert. Wenn es 
ferner unläugbare Wahrheit ist, daß der moralische 
Werth des Regenten auf seine Unterthanen maͤchtig 
wirkt, wenn sein Beyspiel auch für diese wichtige Lo¬ 
sung ist; so verdienet Friedrich August, dessen 
Privatwandel besonders ein Muster der Tugend und 
Rechtschaffenheit genannt zu werden verdienet, auch hier 
das schönste und höchste Lob. Die Wissenschaften finden 
an ihm den wohlthaͤtigsten Beschuͤtzer. Mehrere Stun¬ 
den der Erhohlung sind denselben gewidmet. Er un= 
terstuͤtzet wahre Verdienste und jeder Gelehrte, der sich 
nützlich beschäftiget, kann auf Seinen hohen Schutz 
sichere Rechnung machen. Kurz, was Er als Regent, 
was Er als Mensch gewesen, dieß wird erst dann, 
wann Seine Tage verlebt sind, die Nachwelt lauter sa¬ 
gen; sie wird Sein schönes Bild, den Bildern der 
edelsten und der vortrefflichsten Regenten in dem Tem= 
pel der Unsterblichkeit dereinst hinzufügen. Daß nun 
dieser Zeitpunkt noch weit, ungemein weit entfernt 
seyn 
Vodage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für
	        
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