Full text: Annalen des teutschen Reichs (H. 3 (1793))

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wir mit Ueberzeugung gestehen, daß das Guteso un¬ 
endlich überwiegend sey, daß es mit dem Entgegengesetzten 
in garkeine, auch nur entfernte, Vergleichung gebracht 
werden könne. Dieß unverkennbare Lob — denn Vollkom¬ 
menheit hat die Gottheit einmal sich allein vorbehalten¬ 
diesen herrlichen Triumph, hat die Regierung des jetzigen 
Kurfürsten, der ein so rühmliches Tagewerk bereits voll¬ 
führet hat, hauptsächlich gegründet. In Sachsens 
Annalen, in den Zeitbüchern Europens und der 
Menschheit wird daher Seine Regentenperiode ewig 
unvergeßbar seyn und bleiben. Er betrat diese in 
den Jahren, worinn der Genuß Seiner Selbst, der 
Genuß der Freyheit, jedem Menschen am liebsten ist 
Er opferte alle diese und so viele andere Freuden wil¬ 
lig und zugleich Sich Selbst Seinem hohen Berufe auf. 
Er befolgte die erwählten Plane standhaft und entfern= 
te Sich, auch in früher Jugend so wenig, als im 
männlichen Alter, während des ganzen Laufs Seiner 
Regierung, vom Wege der Ordnung, von dem was 
Er für Recht und billig hielt. Er wünschte glücklich 
zu seyn, und wählte dazu die besten Mittel. Sei= 
ne Beruhigung war von jeher auf die Erfüllung 
Seiner Pflicht gegründet. Diese versuͤßte die schwer¬ 
sten derselben. Jhm verdanket Sein Volk, daß es wieder 
zu einer kraftvollen Nation sich erhoben hat. Ihm ver¬ 
danket es seine jetzige steigende Wohlfahrt. Ihm ver¬ 
danket der Staat, daß er erneuerte Festigkeit und 
Dauer bekommen hat, daß er eine Rolle auf dem 
großen Schauplatz der Dinge, mit Ruhm und Ehre 
spielen kann. Ein erwünschter Friede hat seine Re¬ 
gierung verschönert. Die Bayerische Fehde, bey 
deren Beendigung der Kurfürst, um Ruhe und Frie= 
den zu beschleunigen, einen großen Theil seiner höchst 
gerechten Forderung aufgab, hat auf der andern 
Seite dem Kurhause, auch den Vortheil verschafft, die | 
Annalen d. T. Reichs 3. H. 
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Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
Berlir
	        
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