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Erstes Capitel.
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aus Jrtthum geschehe / einzuführen / und solches
zwar wider die hergebrachte Observanz, die man
noch gantz neuerlich bey gleicher Vorfallenheit
gegen die Könige von Engelland/ Dannemarck
und Schweden beobachtet; und auf die deshalben -
von denen Sardinischen Ministres gethane
Protestationen / hat man diese Beleidigung /
mittelst einer Privat-Entschuldigung / welche von
ohngefehr ein Kayserlicher Hoff-Bedienter von
sich gegeben / ohne daruͤber eine föͤrmliche Acte
auszufertigen / tilgen wollen.
Bey also bemeldten Umstaͤnden/ hatte der allerchristlichste -
Koͤnig/ der seines Orts von langer
Zeit her das Beyspiel der allerbesondersten Maͤssigung -
/ und die Proben der klugesten Toleranz
dem Wienerischen Hofe gegeben/ davor gehalten/
ein solches Bezeigen hoͤre auf loͤblich zu seyn / wenn
es nicht mehr mit seiner Persöhnlichen Gloric,
mit der Ehre seines Koͤnigreichs/ und mit seinen
Alliirtey schuldigen Beystande ubereintrifft; und
dahero entschlossen / den Kayser zu bekriegen / mithin -
den Koͤnig von Sardinien eingeladen/ Er
moͤchte an diesem Kriege eben den Antheil nehmen/
den er an denen unvermeidlichen Bewegungs¬Ursachen -
desselbigen genommen.
Nachdeme nun der Koͤnig von Sardinien aus
so vielen Grüͤnden bewogen worden/ der gerechter -
Empfindung Sr. Allerchristl. Majest. um so
mehr beyzutretten/ da er selbsten seine eigene Beschwehrden -
vor sich hat/ und durch lange Erfahrung -
uͤberzeuget ist/ daß die unveraͤnderliche Ma¬Limen -
des Wienerischen Hofes seinethalben dain -
Max-Planck-Institut für