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kritische Miscellen.
tinischen Codex gewesen, so würde der Umstand, daß alle
andere Handschriften dieselbe Transposition haben, um so
weniger Bedenken erregen, als bekantlich im Digestum
nouum das Florentinische Manuscript einen ganz vorzüg-
lichen Einfluß auf alle übrigen ausgeübt und selbst die
Versezung von zwei und achtzig Stellen in unscrm Titel
kanonisch gemacht hat.
Hierauf gestüzt-geht unsere Meinung dahin, daß die
Worte
negotia gesta in his quidem et diligentia
die gerade eine Zeile bildeten, einmal und zwar zwischen
locatum und item ausgefallen gewesen, nachher aber un-
richtig eine Zeile weiter zwischen tutela und societas einge-
schoben worden seien. Doch um unsere Meinung sogleich
vollständig und mit Anschaulichkeit vorzutragen, wollen wir
die Geschichte dieser Corruptel, wie sie mit großer Wahr-
scheinlichkeit angenommen werden darf, mit Wergegenwär-
tigung der nach und nach entstandenen Lesarten darstellen.
Man denke sich den Codex, der die achte von uns re-
stituirte Lesart enthielt, in Zeilen von ungefähr dreißig
bis fünf und dreißig Buchstaben folgendermaßen geschrieben:
uenditum pignori acceptum locatum
2. negotia gesta in liis quidem et diligentia
Z. praestatur item dotis datio tutela
4. societas et rerum communio et dolum et
5. culpam recipit U. s. w.
Der Abschreiber dieser Handschrift ließ nun die Zeile 2
weg und fuhr gleich fort: locatum praestatur item dotis
datio, trug sie aber nachher bei der Durchsicht rechts am
Rande so ein, daß sie gerade hinter locatum und tutela
zu stehen kam, vielleicht nur ein Unmerkliches über die-
sem leztern Wort. Die neue Handschrift sah also
so aus: