Full text: Teutsche Staatskanzley / Deductions- und Urkunden-Sammlung (Bd. 2 (1786))

die Geschäfte der Gesandten niemals einigen Ein¬ 
fluß nehmen lassen, und die Verrichtungen eines 
Gesandten dadurch keinen Nachtheil erfahren wür¬ 
den. Aus allem diesen erfolgt, daß Grotii und 
anderer Rechtslehrer Satz von der Unabhängigkeit 
der Gesandten, von ihrem Grund im Völkerrechte 
und von ihrer wesentlichen Nothwendigkeit unum¬ 
stößlich ist, und die Völkerschaften können sich von 
dem diesfalls unter ihnen entstandenen vernünfti¬ 
gen Herkommen keineswegs nach blosem Wohlge¬ 
fallen und Willkühr lossprechen. 
§. 51. 
Es ist aber auch zum zweyten ein großer 
Misverstand, zu glauben, daß aus dem Völker¬ 
rechte nichts auf Stände des Reichs Anwendung 
finden könne. Allerdings ist das Völkerrecht über¬ 
haupt und in seinem ganzen Umfange der Ge¬ 
sichtspunkt nicht, woraus die Reichsständischen Ge¬ 
rechtsamen beurtheilt werden können, sondern es 
sind dieses die Geseze des Reichs und die darauf 
gegründete Verfassung desselben. Jedennoch kann 
ein jedes freyes Volk, indem es sich besondern Ge¬ 
sezen unterwirft, in eine eigene Verfassung tritt 
und sich ein Oberhaupt wählet, in jenen Gesezen 
bey einer solchen Verfassung, und in dem Vertra¬ 
ge, welchen es mit einem durch freye Wahl sich 
gegebenen Oberhaupte schliesset, diese oder jene Be¬ 
fugniß, welche ihm, als einem freyen Volk, und 
also auch vermöge des Völkerrechts zustehet, vor¬ 
be= 
Max-Planck-Institut für
	        
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