Full text: Teutsche Staatskanzley / Deductions- und Urkunden-Sammlung (Bd. 10 (1795))

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§. XXXIV. 
II. Ist aus dem bisher angeführten nun klar 
genug worden, daß das alte Herzogthum Bayern 
schon nach der ältesten Beschaffenheit des Kurpfäl¬ 
zischen 
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Bannförste gehabt haben sollen, doch hiernächst we¬ 
der die Rechnung nach Schillingen, und noch weni¬ 
ger die Münzbestimmungen nach Landeswärung 
auf dieselbe passet. Dagegen heißt es aber in un¬ 
sern teutschen kaiserl. Rechten (dem Schwaben= 
spiegel) nach der in Hrn. v. Senkenbergs corpore 
jur. germ. Tom. II. befindlichen von der Lahrischen 
Ausgabe Kap. 356. Fol. 428. „wer in den bann¬ 
försten wild jaget oder tödet, soll dem Herrn, des 
es ist, 60. Schillinge ( oder des Herrn Land¬ 
pfenning) geben" und nach dem Coder der kaiserli¬ 
chen Bibliothek zu Wien eben daselbst Fol. 51. 
„wer in den Pannforsten wild jaget, und fällt, der 
ist dem Herrn dessen es da ist, schuldig zu geben 
3. Pfund der Landpfenninge (d. i. eben auch 60 f. 
der Landeswährung!") Und nun hoffe ich denn 
doch meinen Satz, daß Rechts-Entscheidungen aus 
dem Schwabenspiegel in den bayerischen Streitt¬ 
handlungen des XV. Jahrhundertes gefunden wer¬ 
den können, und daß uns Bayern solcher Schwa¬ 
benspiegel zur Aushilfe (in Subsidium) des Ludwi¬ 
gischen Recht-Buches von 1346. gedienet habe, 
wie dann eben auch Prozesse üͤber derley Jagdfreveln 
aus K. Ludwigs Buche, worinn die Materie von 
Bannförsten ersichtlich mangelt, nicht entschieden 
werden konnten, genüglich dargethan zu haben. 
Max-Planck-Institut für
	        
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