Full text: Teutsche Staatskanzley / Deductions- und Urkunden-Sammlung (Bd. 10 (1795))

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unter jenen des Reichs-Rechtes, Land-Rech¬ 
tes, auch der Kaiserl. Rechte bekannt gewesen, 
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Irrthume zurückegekommen, daß dieser letztere Fus¬ 
druck, wo er in unseren bayerischen Urkunden erst 
nach 1346. vorkömmt, eben so viel als das in eben 
bemerktem Jahre vom Kaiser Ludwig und seinen 
Hrn. Söhnen verfaßte bekannte Gesetzbuch, anzei= 
ge. Nun sehe ich aber klar, daß Kaiser Ludwigs 
Gesätzbuch von 1346. und Landrecht unsern gu= 
ten Vorältern ganz zwo verschiedene Rechtsamm¬ 
lungen gewesen seyen; das erstere Gesätzbuch be¬ 
zeichneten sie allzeit genau mit den Ausdrücken des 
Kaisers Puch — oder meines Herrn des Kai= 
sers Puch — oder gerade zu nach des Puches 
Sag — oder höchstens mit der Benennung Lank¬ 
Puech. Dem sie aber dann noch meistens erst das 
Landrecht an die Seite stellen, und mit anfüh= 
ren. Wie denn auch dieses Landrecht (der Schwa¬ 
benspiegel) mit dem bayerischen Rechtbuche, das 
aus solchen ersteren grossen Theiles entnommen 
worden, an gar viel Stellen zusammenstimmet. 
So ungefähr wie wir heute noch neben dem Coa. 
Max. bav. auch das damit gleichförmige römische 
Recht, woraus erstere gröstentheils geflossen, zuwei¬ 
len anführen. So heißt es in obigen Streittschrif¬ 
ten mehr als einmal auf jeder Seithe „als Land¬ 
recht ist, und meines Herrn des Kaisers puch 
sagt" so heißt es ferners in dem auf dem Landta= 
ge zu München 1424. gegen Wilhelmen Ahaimern 
ausgefallenen höchstmerkwürdigen fürstlich, und 
Landschaftlichen Kompromißz=Spruche (Oefele S. 
R. B. II. 207.) daß bemelter Ahaimer wegen hin¬ 
weg= 
Max-Planck-Institut für
	        
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